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Zitat von bellamartha
DPH/EHA kenne ich nicht. Was ist das?
Gruß, J.
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Hallo J.,
was auch immer die tatsächlichen Ursachen der von Dir angeführten Mangeldiagnosen sein mögen - die Chancen, dass sie mit vegetarischer Ernährung zusammenhängen sind m.E. sehr hoch und das Spektrum (B12, Eisen, Folsäure) geradezu typisch.
Wenn Du Dich vegetarisch ernährst, dann ist eine regelmäßige Substitution unter ärztlicher Kontrolle m.E. auf jeden Fall ratsam.
Wenn man seine Prizipien zumindest gelegentlich über Bord werfen kann, dann genügt schon relativ seltener Fleisch und Fischkonsum (vor allem Leber), um das Gröbste zu verhindern.
DPA und EHA sind Omega-3-Fettsäuren aus tierischen Quellen, die wir auch selbst aus der in Pflanzen vorkommenden Alpha-Linolensäure (zb in Leinöl) bilden können. Leider aber in einem enzymatisch bedingte limitierten Maß, das aufgrund des i.A. Reichtums an Omega-6-Fettsäuren (vor allem in pflanzlichen Ölen, Nüsse und Samen, Getreide, Fleisch und Eier aus nicht artgerechter Fütterung) in unserer Nahrung zu gering ist und so das Eicosanoidsystem in Richtung Entzündungsförderung statt Entzündungsbekämpfung gerichtet wird. Außerdem gibt es recht eindeutige Studienlagen, die einen Zusammenhang von Arteriosklerose und anderen Calzifizierungsphänomenen, diversen Entzündungssyndromen und Demenzerkrankungen, die teils ebenfalls mit Entzündungen zusammenhängen mit niedriger DPA/EHA-Versorgung nachweisen.
Viel spricht aber wie gesagt dafür, dass es auf eine ausgewogene Relation von O6:O3 von 1:1 bis maximal 4:1 ankommt und nicht so sehr auf die absoluten Mengen. In einer normalen westlichen Ernährung liegt die Rate bei 20:1 - kein Wunder, dass die genannten Krankheitsbilder epidemisch werden.
Eine Zufuhr pflanzlicher O3-Säuren (Alpha-Linolensäure) reicht nicht aus, um genügend DPA/EHA selbst herzustellen. Eine Zufuhr von DPA/EHA ist nur über tierische Nahrungsmittel wie fetten Fisch, Fischölkapseln und Fleisch/Eiern aus artgerechter Fütterung (d.h. vor allem kein Getreide/Mais/Soja im Futter!) möglich. Vegetarier haben deshalb auch hier schlechte Karten. Wer seinen fetten Fisch allerdings erhitzt, der sollte sich nicht der Illusion hingeben, dass die Omega-3-Säuren das überleben- sie denaturieren und werden dadurch u.U. sogar als Transfette gesundheitsschädlich - das sind die Dinge, die gerne unterschlagen werden, wenn die wohlfeilen Tipps herumgereicht werden, wir sollen mehr fetten Fisch essen.... . Sashimi ist also angesagt! Roher, fetter Fisch aus artgerechter Fütterung aud Aufzucht oder Wildfang.
Besonders übel ist eine vegetarische Ernährung, die reich an Getreideprodukten (Brot, Nudeln, Müsli), Nüsse und Samen und Ölen daraus sowie Hülsenfrüchten ist. Erstens massiv O6 und so gut wie kein O3. Zweitens Phytinsäure und Lectine, die die Aufnahme von Nährstoffen im Darm sabotieren und den Dünndarm durchlässig für Allergene aller Art machen und Entzündungsprozesse im Darm (Morbus Crohn, Collitis Ulcerosa, Reizdarmsyndrom) begünstigen. Insbesondere Vollkornprodukte sind besonders reich an diesen gesundheitsschädlichen Phytochemika und sollten dringend vermieden werden. Wenn schon Mehl, dann besser Weißmehl - das aber ist nichts anderes als ein KH-Konzentrat, das langfristig in Hyperinsulinismus, Insulinresistenz und Diabetes II führt. Also: Gar kein Mehl ist das beste Mehl. Wenn schon Müsli, dann nach dem Vorbild desOriginals nach Maximilian Bircher-Benner: Aus angekeimten Getreide. Was bei uns als Müsli verkauft wird, ist besseres Ratten- und Vogelfutter, das noch dazu massiv gezuckert ist. Wer so etwas als gesunde Ernährung einstuft hat nicht alle Tassen im Schrank.
Konsumiert man auch noch Milchprodukte, verschlimmert das die Lage zusätzlich, vor allem, wenn Milcheiweißallergien und Laktoseintoleranz vorliegen. Gesättigte Fette in Milchprodukten erwähne ich lediglich. Sojamilch und Produkte aus Soja als Ersatz sind ebenfalls mit allergrößter Vorsicht zu betrachten, wie wir hier schon ausführlich diskutiert haben. In Bio-Fleisch/Fisch spielen gesättigte Fette so gut wie keine Rolle.
Da Getreide- und Milchprodukte teils deutliche Säureüberschüsse produzieren, sabotieren sie den Säure-Basen-Haushalt mindestens so wie eine zu fleischlastige Nahrung (Paleo ist explizit KEINE fleischlastige Ernährung, da der Anteil tierischer Nahrungsmittel auf 20%-30% der Telleroptik begrenzt wird, um ein Säure-Basen-GG zu gewährleisten!). Kommt noch das Defizit an Eisen, B-Vitaminen und weiteren Mikronährstoffen in einer vegetarischen Ernährung hinzu und das Setup für ein klassisches ernährungstechnisches Eigentor ist perfekt.

Robert