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Alt 18.01.2008, 11:15   #109
Hafu
 
Beiträge: n/a
Was man beim Biathlon nicht vergessen sollte und weshalb ich glaube, dass es hier weniger Doping als in anderen Ausdauersportarten gibt, ist dass Biathlon in erster Linie eine Materialschlacht ohnegleichen ist.
Jeder Athlet braucht mindestens 6 Paar handverlesene Wettkampfski mit unterschiedlichen Härten, unterschiedlicher Belagstruktur, unterschiedlichem Schliff je nach Luft-, Schneetemperatur, -alter des Schnees und Luftfeuchtigkeit. vor jedem Rennen müssen diese Skier sorgfältigst präpariert sein, wobei Spezialwachse mit irgendwelchen Nano-Teilchen und Fluorpulver zum Einsatz kommen, die z. T. in 10g-Tigelchen zu aberwitzigen dreistelligen Summen verkauft werden.
Zum zweiten schießen die Athleten nicht mit irgendwelchen Gewehren aus Serienproduktion, sondern mit maßangefertigten sauteuren Präzisionswaffen und wenn sie mal im Wettkampf stürzen machen die Biathleten sich i.d.R. keine Gedanken, ob sie sich vielleicht verletzt haben könnten, sondern die größte Sorge gilt dem Gewehr, ob dieses beim Sturz vielleicht Schaden genommen hat.
Ähnlich ist es bei der Munition, die wird nicht einfach vom Veranstalter gestellt, wie man es eigentlich erwarten würde sondern von den Athleten bzw. deren Betreuern nach umfangreichen Testserien ausgesucht und gekauft, wobei die Wettkampfmunition zur Minimierung der Streuung besonders enge Spezifikationen hat und ein Vielfaches der ebenfalls nicht billigen Trainingsmunition kostet.
Dass deutsche Hersteller zusammen mit russischen weltweit führend bei der Entwicklung von Gewehren und Munition sind, ist ja (leider) bei fast jeder kriegerischen Auseinandersetzung auch noch in den entferntesten Entwicklungsländern zu beobachten (das legendäre G3 von Heckler und Koch ist wahrscheinlich ähnlich verbreitet wie die russische Kalaschnikow) und dieser Know-How-Vorsprung findet eben auch im Sport z. T. seine Entsprechung. Auch bei den Schießwettbewerben der olympischen Sommerspiele sind ja regelmäßig Deutsche vorne dabei.

Es gibt keine Nation, die sich mehr Techniker für die Skipräparation leistet/ leisten kann als die Deutschen. Diese Materialschlacht muss man nicht gut finden, weil sie wahrscheinlich zu mehr Wettbewerbsverzerrungen führt als es Doping allein je könnte, aber gerade wir Triathleten sitzen beim Thema Materialschlacht ja im Glashaus und sollten daher vielleicht nicht so viele Steine werfen.
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