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Das Thema hatte wir hier schon oft.
Radsport hat eine gewachsene Dopingtradition. Schon vor 80 Jahren haben sich die Radprofis mit Strychnin gedopt; die Trainer dort haben längst das Wissen verloren, dass hervorragende Ausdauerleistung bei eintsprechendem Talent auch mit Training erreicht werden können.
Blutdoping ist nicht nur kompliziert, sondern kostet richtig viel Geld. Im Radsport und in der Leichtathletik spielt das keine Rolle, weil da richtig viel Geld im Spiel ist, jedes Profiteam hat da Etats im zweistelligen Millionen-Bereich, aber der nordische Skisport Skisport spielt da in einer ganz anderen Liga. Das ist eher dem Triathlon vergleichbar. Nahezu alle Athleten im biathlon, Langlauf und Nordische Kombination sind auf Jobs beim Bundesgrenzschutz oder den sportförderkompanien der bundeswehr angewiesen, um ihren Sport überhaupt professionell ausüben zu können. Wer gibt denn (moralische Aspekte mal außen vor gelassen) 5000€ für Eigenblutdoping aus, um anschließend 3000€ bei irgendeinem Weltcup zu gewinnen?
Mit Naivität hat das nichts zu tun, dass ich Biathleten für sauberer halte als Radprofis, sondern eher mit Rechenfähigkeiten. Natürlich weiß ich, dass neuerdings auch im Biathlon die Sponsoren und Fernsehgelder steigen, weil es eben ein attraktiver Sport ist, von daher wird die Versuchung zu dopen mittelfristig wohl zunehmen, aber es fehlt zum Glück immer noch die langjährig gewachsene Dopingstruktur/-Tradition auf die der Radsport zurückgreifen kann.
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