Zitat:
Zitat von Schmalberger
Schadet aber der Sportart an sich nicht, wenn man die wachsenden Starterfelder gerade bei Langlaufmarathons betrachtet.
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Doch, das schadet der Sportart und sowohl Marathon als auch Langlaufmarathon sind dafür exzellente Beispiele.
Es gibt in beiden Sportarten gegenläufige Bewegungen. Zum einen ist das ein enormer Boom (beim Marathon schon fast vorbei) durch Hobby-Sportler und gleichzeitig ein Attraktivitätsverlust für nationale Topleute (sowohl in erster als auch in vierter Reihe). Und wenn der Boom vorbei ist und das Eventvolk zum nächsten Hype weiterzieht, dann ist die Sportart mausetot.
Marathon ist in Deutschland als Hochleistungssport schon tot. Warum? Weil der Fokus vollkommen verschoben ist. Bei Olympia und großen Wettkämpfen chancenlos und selbst bei kleinen Wettkämpfen steht Klein-Erna walkenderweise genauso im Rampenlicht, wie ein Topathlet, der sich eine 2:15 aus dem Kreuz bricht. Für nationale Topathleten völlig uninteressant.
Eine Sportart, in der es Chancen auf olympische Meriten hat, ist für die Spitze lohnenswert. Guckt Euch mal zum Beispiel Segeln an. Da gibt es alle vier Jahre eine neue Mischung. Für Brasilien wurde alles über den Haufen geworfen (Beispiel: Match Race Frauen ist in London das erste Mal olympisch, 2016 aber schon wieder rausgeflogen). Die Topleute wechseln jetzt schon perspektivisch in die zu erwartenden Olympia-Klassen und die Exklassen zittern um ihr Fortbestehen. Und da ist richtig viel Kohle im Spiel, wenn man sich anguckt, was so eine 8-jährige Kampagne
kostet.
Triathlon hat zwei fette Standbeine, um die es von anderen Sportarten beneidet wird: Olympia und die Ironman-Historie. Wenn eines von beidem kippt oder seinen Reiz verliert, dann gibt es zwar immer noch Leute, die Schwimmen, Radfahren und Laufen, aber viel mehr auch nicht.
Man kann zwar das Zurück-auf-die Dorfwiese begrüßen, aber dann braucht man sich auch keine Gedanken über eine Verbesserung von Olympia machen.
Sorry, das war jetzt, glaube ich, ziemlich wirr.
