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Ein Hund haelt Reden - Erich Kaestner
Ein Hund haelt Reden
Ich hab im Traum mit einem Hund gesprochen.
Erst sprach er spanisch. Denn dort war er her.
Weil ich ihn nicht verstand - das merkte er -
sprach er dann deutsch, wenn auch etwas gebrochen.
Er sah mich ganz entsetzt die Haende falten
und sagte freundlich: 'Kaestner, wissen Sie,
warum die Tiere ihre Schnauze halten?'
Ich schwieg. Und war verlegen wie noch nie.
Der Hund sprach durch die Nase und fuhr fort:
'Wir koennen sprechen. Doch wir tun es nicht.
Und wer, ausser im Traum, mit Menschen spricht,
den fressen wir nach seinem ersten Wort.'
Ich fragte ihn natuerlich nach dem Grund.
(Ich glaube nichts, was man mir nicht erklaert.)
Da sagte mir denn der getraeumte Hund:
'Das ist doch klar! Der Mensch ist es nicht wert,
dass man gesellschaftlich mit ihm verkehrt.'
Er hob sein Bein, sprang flink durch krumme Gassen ...
Und so etwas muss man sich sagen lassen!
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Das Leben ist ein Zeichnen ohne die Korrekturmöglichkeiten des Radiergummis.
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