Der unscheinbare
Perfektionist des örtlichen Schwimmvereins - seinem bescheidenen Auftreten zufolge könnte man davon ausgehen, dass dies auch seiner Schwimmleistung entspricht. Mit einer einfachen Schwedenbrille, einem unspektakulären Badeslip und der obligatorischen Speedo-Tasche bewaffnet stolziert er mit einem natürlichen Lächeln entlang des Beckenrandes zur Ablegestelle seiner Utensilien - begrüßt zwischenzeitlich die Bademeister im Kontrollraum, die mit Argusaugen das Verhalten der halb ertrinkenden Schwimmer beobachten - und sperrt die für's Training zugewiesenen Bahnen fachmännisch und unspektakulär mit Leinen ab, während sich die erstaunten Kinder, die völlig perplexen jungen Frauen und Senioren am Anblick des Astral-Körpers ergötzen. Nach einer kurzen Aufwärm-und Stretchingphase wird noch eine gewöhnliche PET-Flasche, in Ausnahmefällen sogar eine richtige Trinkflasche, neben dem Startblock postiert - einschließlich der Paddels, dem Schwimmbrett, Pullboy und Flossen - um anschließend mit einem eleganten Sprung ins Wasser ins kühle Nass zu entschwinden. In einem lockeren, fast regungslos wirkendem Schwimmstil schwimmt sich dieses Geschöpf im Brust-und Freistil über 200m ein. Schon jetzt entfacht ein Überlebenskampf seitens der Pseudo-Schwimmer und Triathleten, deren neidvollen Blicken er mit einem freundlichen Lächeln erwidert, die ihre knallroten, neidvollen Gesichter hinter ihren Mirrored-Predators von Zoggs und der knallroten Badekappe vom Hamburg-Cityman zu verbergen versuchen. Spätestens jedoch bei der ersten Technik-Übung - dem fehlenden Beinschlag und dem bewusst am Körper geführten Armzug im Reißverschluss-Stil - wird schnell klar, wer hier Fisch, und wer Bleeinte ist.
