Die Regensburger sind echt arme Schweine, wenns ums Radfahren geht.
30km Anfahrt kein Problem, kaum komm ich über die Stadtgrenze, liegt n halber meter zertrampelter Schneematsch aufm Radweg.
An Radfahren nicht zu denken und selbstredend kein Hinweis drauf, dasses sinvoll erscheinen könnte, nen Umweg zu machen.
Also anderthalb Kilometer latschen und den gelben Kahn nebenherschieben.
In meinen kanadischen Winterstiefeln.
Die Schuhe sind zum Laufen bei Temperaturen über -10°C vollkommen ungeeignet.
Man kannse gut nehmen, um aufm Weihnachtsmarkt zu stehen, sie haben auch schon viele tausend Motorradkilometer gesehen, aber Laufen geht wirklich erst unter Minus Zehn.
Nu kammer sich also vorstellen, wie meine Hinterpfoten in den Dingern bei 4°C geglüht haben.
Ich hatte nen Wahnsinnsbrass auf die Regensburger, zumal ich an der Donau entlang reinkam und dann über die Osttangente gefahren bin, wo radwegebaulich gesehen alles verbrochen wurde, was an Super-GAU geht.
Ne besondere Spezialität ist der 3cm-Absatz zwischen Fuss- und Radweg:
Der Radweg ist stellenweise grad mal 1,20m breit und in beide Richtungen befahrbar. Nein, nicht befahrbar;- es ist vorgeschrieben, auf der andern Strassenseite gibts keinen Radweg.
Es erscheint also besser, nicht leicht angedüdelt in der Nacht in der Richtung zu fahren, wo man den Absatz rechts von sich hat und nem entgegenkommenden Radler ausweichen zu wollen.
Keine Ahnung, wieviele Leute schon über die Kante gefallen sind.
Aber was Radeln angeht, juckt das die Regensburger Verwaltung wenig.
Der ADFC iss ausm Planungsgremium geflogen, weils der Komune zu unbequem war.
Gegen die Fahrraddiebstähle, die sich auf nem Level über Frankfurt oder berlin bewegen, tun sie lieber nix, stattdessen werden die Cops zu solch einträglichen Massnahmen abkommandiert, sich in der Fussgängerzone oder an ner Donaubrücke, wo Radler eigentlich absteigen sollten, auf die Lauer zu legen, um abzuzocken.
Normal würde ich ketzerisch sagen, "schön, wenn die nix Wichtigeres zu tun haben", aber die Diebstähle, siehe oben...
Tja, ich habs dennoch mal wieder überlebt, aber grad bei so miesem Wetter wie heute (die Hälfte der Strecke hats genieselt, wenngleichs nicht ganz so feucht war wie bei der Ausfahrt am 30.12.) isses nedd so wirklich easy und entspannt, durch Regensburg zu radeln.
irgendwo kommt man nixahnend um die Ecke und steckt im Schnee, weil die Stadt der Meinung ist, nur den Radweg auf einer Seite der Strasse zu räumen.
Nachdems aber beliebt ist, auch gerne an der Kreuzung mal die Hand aufzuhalten und abzukassieren, führt der Weg nach drüben nur über drei Ampeln: statt rechts abzubiegen muss man links über die Ampel, auf der andern Seite Rechtsturn und wieder über die Ampel, da dann nochmal.
Heureka!
Nu bin ich gespannt, wie morgen das Rad aussieht. Trotz ausdauerndem Einsatz von Sprühwachs hat das Finish bisher schon etwas gelitten, aber ich hatte vorhin echt keinen Nerv mehr, das Ding noch abzuspülen, als ich heimgekommen bin.
Mich kriegt heute nix und niemand mehr vor die Tür...