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War halt grob dehydriert. Die letzten 12km am Rande des Deliriums und des Hungerasts hat der Kopf absolviert. Aber wenn man was will, dann geht das schon. Dass ich trotzdem einen Tick schneller als im Vorjahr war (mehr als 300m sind das ja nicht!), schreibe ich deutlich besserer Form zu.
Zugegeben, als ich spaeter wegen Uebelkeit mit Brechschuessel bewaffnet, kaltem Schweiss auf der Stirn und Ganzkoerperkraempfen Zuckertee und Bruehe schluckweise runtergezwungen habe, hab' ich mir schon so meine Gedanken gemacht, ob sowas in meinem Alter wirklich noch sein muss. Zuletzt hab' ich mich aber nach dem Ironman France 2002 so gefuehlt. Es ist also bei Weitem nicht immer so.
Meiner Meinung nach besteht einer der Hauptunterschiede zwischen einem 4h Marathonlaeufer und einem Profi darin, wie letztere Schmerz aushalten koennen. Untrainierte 4h-Laeufer behaupten oft, dass auch sie an ihrem Limit seien. Das bestreite ich. Auch das Ertragen von Schmerz laesst sich trainieren. Und ALLE 4h-Laeufer koennen waehrend des Laufes noch Reden. Damit war es selbst bei mir - und ich bin ja weit von Profileistungen entfernt, die sich auf einem ganz anderen Niveau befinden - bei km28 schon vorbei. Da kommt kein Ton mehr raus. Selbst das Armheben zum Wassergreifen erfodert Willensleistung.
Das klingt jetzt fuerchterlich heroisch, soll es aber nicht. Denn es ist ja selbstgewollt und frei gewaehlt.
Jedem seine Neurose.
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