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Alt 10.08.2009, 14:47   #54
Willi
Szenekenner
 
Registriert seit: 10.10.2006
Ort: Monaco di Baviera
Beiträge: 1.303
Zitat:
Zitat von bort Beitrag anzeigen
Ich verstehe noch immer nicht, warum ein privater Veranstalter (Xdream), der zu einem anderen Verband gehört (WTC), an die DTU/den HTV überhaupt irgendwas bezahlen soll.

Denn wenn ich mir die ITU Langstrecke anschaue, handelt es sich dort um eine andere Distanz, als bei der Langstrecke der WTC. Zudem ist das Reglement an einigen Stellen unterschiedlich (Windschattenbox, Neo-Verbot,...).
Unter dem Strich, haben wir zwei Verbände, die den Sportlern zwei unterschiedliche Angebote machen, an sportlichen Wettkämpfen teilzunehmen. Wieso soll nun der eine, dem anderen Geld bezahlen?
Xdream gehört zu keinem Verband. Der WTC ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen, dass sein Markenzeichen per Lizenz an andere privatwirtschaftliche Unternehmen vergibt. Das Reglement, nach dem diese Firmen dann Veranstaltungen ausrichten, gibt sich weitgehend jede Firma selbst. So hast Du z.B. in Frankfurt auf der Radstrecke eine Windschattenbox von 10x2 m einzuhalten, in Klagenfurt sind es sieben Meter Länge, usw. Auch die Regelungen, wann es eine Verwarnung und wann eine Zeitstrafe gibt sind in vielen Punkten unterschiedlich.

Was ist der Sinn eines einheitlichen Regelwerks?

Für den Athleten ganz banal, dass er sich nicht vor jeder Veranstaltung erneut zum Hobby-Sportjuristen machen muss und seitenweise Paragraphen wälzen.

Für den Zuschauer, dass er schlichtweg weiß, wo er dran ist. Würde in einem Fußballspiel die Abseitsregel oder die Zahl der möglichen Auswechslungen von Spiel zu Spiel neu festgelegt, würd' sich der Zuschauer verarscht vorkommen.

Und spätestens dann, wenn's um Prämierungen und Preisgeld oder Qualiplätze geht, auch um Gerechtigkeit. Denn eine eindeutige Sportordnung mit unabhängigen Kampfrichtern bietet dem Athleten ist zwar keine Garantie gegen Willkür - aber sie erleichtert's zumindet nicht. Denn jeder Sponsor hätte natürlich am allerliebsten den Athleten mit seinem Logo vorne ganz oben auf dem Siegerpodest stehen.

Weil ich hier keinen Veranstalter pauschal in Verdacht bringen möchte, einfach mal ein beliebiges Beispiel aus einem großen MTB-Etappenrennen vor wenigen Wochen. Eine Breitensportveranstaltung mit jede Menge Profis, die vorne um Medienaufmerksamkeit und Preisgelder kämpfen - und ein ambitionierter Veranstalter mit bekannten Ecken und Kanten.
Nun bekommt nach der zweiten Etappe das zweitplatzierte Team auf einmal eine Zeitstrafe von einer Stunde - wegen angeblichem Entsorgen von Powergel-Tütchen in der freien Wildbahn - und wird damit, obwohl auf sämtlichen Etappen auf dem zweiten Platz gelandet - von den Preisgeldrängen verdrängt. Kein anderes Team bekommt eine ähnliche Strafe - und vor allem: es gibt keinen Passus in Veranstaltungsreglement, dass die Höhe einer solchen Zeitstrafe festlegt, sie kann einfach willkürlich vom Veranstalter festgelegt werden.

Wer glaubt, dass es der Öffentlichkeitswirksamkeit des Triathlon etwas bringt, wenn auch hier zukünftig Platzierungen der Willkür von Veranstaltern unterliegen?

Kurt Denk hat an anderer Stelle kundgetan, dass er in den vergangenen sieben Jahren 280.000 Euro an die DTU entrichtet hätte. Im Durchschnitt also 40.000 Euro per anno. Hört sich viel an.

Ich gehe davon aus, dass da auch die Kosten für die Kampfrichter enthalten sind - denn die Leute, die sich hier ehrenamtlich einbringen, haben zumindest eine Tagespauschale und Reisekostenerstattung verdient - was aber bei sovielen Kampfrichtern sich auch zu vielen tausend Euro summiert.

Xdream nimmt meines Wissens von rund 2.500 Startern jeweils 415 Euro ein - also rund eine Million Euro in der Summe. Ich gehe davon aus, dass dieser Betrag, der ja ein Jahr vorher schon auf dem Konto von Xdream landet, zinsbringend angelegt wird. Die derzeit üblichen 4,5% auf dem Festgeldkonto bringen also schon mehr, als Xdream im Durchschnitt der letzten Jahre an die DTU entrichtet hätte.

Übrigens: nach eigenen Angaben ist der größte Anteil der Starter beim Ironman Frankfurt ja ohne Startpass unterwegs - und muss damit auch nochmal 10 Euro Tageslizenzgebühren zahlen. Wieviel hier zusammenkommt möge jeder selbst abschätzen - ich gehe davon aus, dass dieser Betrag in den o.g. Überweisungen an die DTU auch bereits enthalten ist.
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