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Thema: Donald Trump
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Alt Gestern, 15:57   #8405
Antracis
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Registriert seit: 12.07.2012
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Zitat:
Zitat von MattF Beitrag anzeigen
Es würde mich ja interessieren, welche einen Erfolg er gibt, den Trump erreicht hat und den auch ein rationaler, demokratischer Mensch als nachhaltigen Erfolg bezeichnen würde.
Mir ist das ziemlich egal, weil ich überzeugt bin, dass selbst wenn es sowas gibt, er insgesamt die Welt und auch die USA nicht zu einem besseren Ort machen wird. Im Gegenteil.

Mir geht es um Funktionalität in sozialen und beruflichen Strukturen. Er steht als Milliardär immer noch in der Forbes-Liste. Wenn man sich mal mit seiner ökonomischen Vita befasst, ist das hochspannend. Sehr privilegiert gestartet, mehrfache Insolvenzen, Schuldenmilliardär. Also sicher kein genialer Geschäftsmann im klassischen Sinne. Er hat es aber immer wieder geschafft, durch geschickte Nutzung der Strukturen, Medien und von Verbündeten - und vor allem offensichtlich durch die Fähigkeit, Menschen von sich zu überzeugen, wieder in die Spur zu kommen.

Auch die Entwicklung der TV-Show finde ich bezeichnend. Da war er ursprünglich als Nebenrolle vorgesehen, auf dem Höhepunkt war es dann ein auf Ihn zugeschnittenes, überdurchschnittlich erfolgreiches TV-Format, mit dem er es geschafft hat, sein Selbstbild als genialen Geschäftsmann öffentlich breit populär zu machen.

Als Milliardär hat er es geschafft, einem großen Teil der Amerikaner, die sowohl sozial als auch ökonomisch Lichtjahre von ihm entfernt sind einzureden, er sei einer von Ihnen und sorge sich um ihre Probleme.

Letztlich ist er zweimal US-Präsident geworden.Das ist natürlich alles abhängig von den aktuellen politischen und sozialen Umständen. Das ist es aber immer.

Fazit: Ich finde Trump, auch gemessen an den aus der Ferne zu unterstellenden pathologischen Persönlichkeitszügen immer wieder bemerkenswert rational. Er hätte in Minneapolis auch weiter und brutaler gegen die ihm so verhassten linken Spinner und Migranten vorgehen können. Ich kann mir auch vorstellen, dass es in seinem radikalen Umfeld durchaus Menschen gibt, die das gefordert haben. Er hat aber strategisch klug erstmal zurückgerudert, weil das höchstwahrscheinlich eskalierende landesweite Proteste bedeutet hätte, sie seine Machtbasis ernsthaft bedroht hätte.

Ich bin mir auch sehr sicher, dass er den Capitolsturm irgendwann nicht mehr weiter angestachelt hat, weil absehbar war, dass es ihm keinen nachhaltigen Nutzen bringen wird und nur Ärger oder sogar Knast.

Er hat es auch geschafft, nach dem Besetzungschaos seines ersten Kabinetts für deutlich mehr Loyalität und Stabilität zu sorgen . Das zeigt eine steile strategische Lernkurve.

Auch seine medialen Aktivitäten sind da sehr klug. Er postet immer mal wieder klar grenzüberschreitendes, dass er dann aber wieder zurückzieht. Dadurch ermöglicht er es sowohl seinen radikalen als auch seinen kritischen Anhängern, ihm weiter zu folgen.

Ich persönlich sorge mich wirklich um die Entwicklung. Ich halte es für ziemlich wahrscheinlich, dass er die Midterm Wahlen gewinnen wird. Ich weiß aktuell sieht alles anders aus: Sinkende Popularität, keine guten Ökonomiezahlen.

Er hat sicher einen Plan. Er wird alles tun, um die US-Wirtschaft mit kurzfristigen Impulsen zu pushen ( Siehe aktuelle Aktivitäten in der Zinspolitik und seine Öldeals).
Er wird versuchen, die Demokraten in den Wahlen so gut es geht zu benachteiligen ( aktuell einige Gesetzentwürfe in diese Richtung), Schmutzkampgnen, Einschüchterungen und Wahlmanipulationen und natürlich sein großer medialer Einfluss.
Notfalls mit Ausstand und Notstandsdekreten. Das wird noch sehr spannend und unruhig werden.

Er wird jedenfalls alles versuchen. Ein intuitives Gespür, bis wohin er mit kalkulierbarem Risiko gehen kann, ist seine größte Stärke. Und die größte Gefahr für den Rechtsstaat.

Geändert von Antracis (Gestern um 16:07 Uhr).
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