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Thema: Donald Trump
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Alt 17.01.2026, 23:43   #8289
Antracis
Szenekenner
 
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Registriert seit: 12.07.2012
Ort: Berlin
Beiträge: 2.845
Ich hab mich mal , mit KI-Unterstützung , damit beschäftigt, wie Trumps Handeln spieltheoretisch einzuordnen ist und wie man deshalb reagieren sollte. Fand ich ganz interessant.

Spieltheoretisch kann man die meisten Manöver in die folgenden Muster einordnen:

Chicken Game: Zwei Autos rasen aufeinander zu, wer zuerst ausweicht, verliert. Wenn keiner ausweicht, Katastrophe.

Ultimatum-Spiel: Alles oder nichts: „Nimm dieses Angebot oder du bekommst gar nichts.“

Brinkmanship: „Ich gehe so nah an die Katastrophe,
dass du zuerst Angst bekommst.“

Wirksam/ stark ist Trump aus spieltheoretischer Sicht wenn
der Gegner:

• risikoavers ist
• gesichtswahrend aussteigen kann
• institutionell langsam reagiert
• wirtschaftlich stark abhängig ist

Liest sich ein bisserl nach dem Steckbrief für Europa und insbesondere Deutschland

Er ist schwach, wenn der Gegner:

• stolz, ideologisch oder nationalistisch gebunden ist
• innenpolitisch nicht nachgeben darf
• selbst brinkmanship-tauglich ist
• auf lange Zeit spielen kann

Punkte für Russland und vor allem für China, oder ?

Alternative mögliche Sichtweise ( Nicht gerade beruhigend) :

Trump ist sehr gut im Spiel mit Vorsichtigen.
Er ist gefährlich – aber oft ineffektiv –
im Spiel mit Fanatikern, Nationalisten oder Führern,
die innenpolitisch nicht zurückkönnen.

Wie spielt man deshalb jetzt am besten gegen einen Trump aus Sicht der Spieltheorie, damit man die eigenen Ergebnisse verbessert:

- Das Spiel vom „Mutduell“ in ein Langzeitspiel verwandeln, das ihm weniger liegt
- Zeit gewinnen, weil sein Spiel von Tempo und Druck lebt
- ihm Siege anbieten, die keine sind. Also Kompromisse im Sinne für Ihn möglichst lukrativer Angebote unter bestmöglicher Wahrung der eigenen Kerninteressen.
- Kritik möglichst über dritte, und nicht direkt
- nicht vorschnell einknicken, sondern ruhig kalkulieren, was seine Kosten sind und einschätzen, ob reale Option oder nicht doch eher nur Verhandlungsmasse

Strategisch zugespitzt:

langsam gegen schnell
kühl gegen emotional
prozedural gegen personalisiert
gesichtswahrend gegen demütigend
langfristig gegen kurzfristig


Ich hab keine Ahnung von Spieltheorie, klingt für mich aber schon plausibel. Ob das wirklich 1:1 auf eine globale Politik anwendbar ist, weiß ich auch nicht, aber vieles geht ja in die Richtung bzw. negative Eskalationen wie die TV-Szene mit Selenski lassen sich damit ja ganz gut nachvollziehen und alternativ durchspielen.

Was definitiv nicht helfen wird ist sich zu beschweren, dass das ziemlich fies ist, was er macht.

Und gesichtswahrend gegen demütigend finde ich auch wichtig. Weil es ja viel Empörung geben wird, wenn man ihm eine gesichtswahrende Ausstiegsoption anbietet und Demütigung verlockend ist. Aber dann wird er diese Option nicht wählen, weil er dazu zu mächtig und/oder narzisstisch ist.

Geändert von Antracis (18.01.2026 um 00:05 Uhr).
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