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Alt 19.12.2025, 12:21   #609
Antracis
Szenekenner
 
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Registriert seit: 12.07.2012
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Beiträge: 2.761
Zitat:
Zitat von qbz Beitrag anzeigen
Habe ich als Patient teilweise getan (mich auf die KI verlassen) bzw. tue es, wo es um evidenzbasierte medizinische Fragen geht, und nicht bei Fragen, wo der subjektive Faktor bedeutsam, ausschlaggebend ist. Verwenden tue ich hauptsächlich kimi und chatgpt. Überprüfen gegebenenfalls durch Nachfragen bei einschlägigen, erfahrenen Spezialisten, sofern möglich, oder durch Check der referierten Quellen.
Wenn es um das eigene Leben und Gesundheit geht , finde ich das nur verständlich, dass auch zu nutzen. Würde aber immer empfehlen, dies nicht als Wahrheit oder beste Wahrheit zu sehen, sondern mit Spezialisten des Vertrauens abzugleichen. Aber das tust Du ja.

Zitat:
Vermutlich ist eine KI bei der Kenntnis der medizinischen Leitlinien besser als der Durchschnitt der Fach- und Hausärzte.
Vermutlich ist das bei der Kenntnis so, wobei ich aus der praktischen Erfahrung sagen kann, dass ich Leitlinien wichtig finde und sie auch sehr oft nutze und das in meiner Lehrtätigkeit auch entsprechend gewichte, aber ihre Interpretation und ihr Einsatz auch eine eigene Anforderung ist. Das die KI in der Anwendung (Im Sinne der konkreten Behandlungsplanung) besser ist, bezweifle ich - zumindest in vielen Fällen. Das liegt vor allem auch in ihren Entstehungssprozessen (Vor allem S3-Leitlinien) und die muss man kennen und hinterfragen und dann passen viele Evidenzen leider auch nicht auf den Einzelfall.

Ist sehr komplex und auch fachspezifisch, habe leider gerade nicht ausreichend Zeit, das an einem konkreten Beispiel zu erläutern. Aber vielleicht plastisch:

Man stelle sich vor, wir würden hier im Forum versuchen, angelehnt an den S3-Prozess eine Leitlinie für die "Behandlung" der technischen Probleme von Altersklasseathletinnen, die bei 2:00/100 im Schwimmen festhängen zu schreiben. Ich sage mal, ich würde schon nicht gerne als Betroffenenvertreter in diesem Gremium sitzen wollen. Vom Ergebnis, wenn es denn eines geben würde, zu schweigen

Überzeichnet, aber vom Problem ist das so. Ich habe schon detaillierte Einblicke in den Entstehungsprozess einiger zentraler Leitlinien meines Fachgebietes und das ist sehr hilfreich, um gute Entscheidungen zu fällen.

Oder noch mal plastischer:

"Viele Köche können bekanntlich den Brei verderben", das führt bei Leitlinien dann vielleicht zu

"Viele Autoren machen aus einer klaren Evidenz eine vorsichtige Leitlinie"

oder auch

"je mehr Experten an einere Leitliie mitschreiben, desto dünner wird die Aussage"


Ein Kollege aus einer Leitlinienkommision seufzte neulich:

Evidenzbasiert begonnen, konsensverdünnt beendet.

Manchmal braucht es auch mehr Mut oder manchmal gibt es auch für die speziellen Zielgruppen keine bis wenig Evidenz oder es passt aus anderen Gründen nicht.


Das ist jetzt kein KI-Problem, wird aber aus meiner Sicht schnell, in Zusammenhang mt der KI-Logik zu einem eigenen Problem.

Geändert von Antracis (19.12.2025 um 12:33 Uhr).
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