Zitat:
Zitat von dr_big
Wenn es um die Unterstützung/Förderung von Behinderten geht, dann rufst du plötzlich nach dem Staat statt auf Individualismus zu setzen?
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Ich sehe einen wesentlichen Unterschied: Selbständige gesunde Menschen brauchen möglichst wenig Staat, sie sollten weitgehend selbst zurechtkommen. Der Staat/die Gemeinschaft kann in Notfällen, übergangsweise natürlich aushelfen (z.B. Arbeitslosengeld, Grundsicherung, u.ä.). Der Staat sollte aber z.B. keine Menschen mit gutem Einkommen noch z.B. mit Pendlerpauschale subventionieren, oder arbeitsfähige gesunde Menschen jahrzehntelang so hoch dotiert zu alimentieren, daß sie keinen Druck verspüren, sich selbst zu bemühen, oder ihnen durch übermäßige Bevormundung und Bürokratie die Lust am sich Bemühen nehmen.
Geistig Behinderte, Pflegefälle, u.ä. haben gar keine Fähigkeit, allein zurechtzukommen. Wenn es schon etwas gibt, was sich Sozialstaat nennt, dann sollte sich dieser vor allem um die kümmern, die es selbst nicht können. (Oder, wenn wie aktuell die Mittel knapp werden, zumindest die Betroffenen/Betreuern in die Entscheidung mit einbeziehen, wie die wenigen Mittel eingesetzt werden, und nicht überbordende Bürokratie und Bevormundung auf Kosten der Lebensqualität dieser Menschen betreiben).
Gäbe es keinen Sozialstaat, wäre es natürlich meine alleinige Verantwortung, für meinen behinderten Sohn das nötige Lebensumfeld zu gestalten und zu finanzieren. Dann hätte ich auch einiges dafür übrig, da ich nicht einen wesentlichen Teil meines Einkommens für diese Zwecke abgegeben hätte, und keiner würde mir reinreden, wie ich es mache.