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Zitat von dr_big
Schlaue Köpfe haben ausgerechnet, dass Apple 30Mrd Dollar investieren müsste um 10% der Lieferkette in die USA zu verlagern.
Interessanterweise ist jetzt auch die koreanische Konkurrenz (Samsung) mit deutlich weniger Zoll belastet als das US Unternehmen Apple. Läuft 
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Mit den Investments hast Du aber noch nicht die Arbeitskräfte, die genau dazu in der Lage sein werden. Dann wäre die nächste Frage, ob die Amerikaner bereit wären zu den Bedingungen und Preisen zu arbeiten.
David Ricardos Theorie der komparativen Kostenvorteile besagt, dass sich Handel selbst dann lohnt, wenn ein Land bei der Produktion aller Güter weniger effizient ist als ein anderes – solange es sich auf die Güter spezialisiert, bei denen es den geringeren relativen Nachteil hat. Jedes Land sollte also das produzieren, was es im Vergleich zu anderen am effizientesten (oder am wenigsten ineffizient) herstellen kann, und den Rest importieren. So profitieren alle Handelspartner vom Tausch, da die globale Gesamtproduktion steigt.
Kurz: Nicht absolute Effizienz zählt, sondern relative Vorteile – und Spezialisierung plus Handel bringt den besten Mix.
Nun kann man sich an einer Hand abzählen, ob die USA hier klug agieren. Trump forderte, dass wieder mehr in den USA produziert wird – unabhängig davon, ob das wirtschaftlich sinnvoll ist.
Meine Hypothese wäre, dass Trumps Zölle nicht zur Rückkehr der Industrie führen, sondern zu höheren Preisen für US-Konsumenten und schmerzhaftem Stress in Lieferketten. Globalisierung ist eben zäh.
Trumps Handelspolitik ist schon irgendwie Satire auf höchstem Niveau. Ein Bastard der politischen Extreme. Obwohl er als rechter Nationalpopulist auftritt, sind manche seiner Maßnahmen klassisch links – zumindest wirtschaftspolitisch.