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triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum - Einzelnen Beitrag anzeigen - Meilenstein der Schande - Situation in Syrien
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Alt 14.12.2024, 20:18   #301
Schwarzfahrer
Szenekenner
 
Benutzerbild von Schwarzfahrer
 
Registriert seit: 15.01.2009
Ort: Rhein-Neckar-Dreieck
Beiträge: 7.853
Und die Welt gibt einen kleinen Überblick über den Vielvölkerstaat Syrien, und die Erwartungen der verschiedenen Gruppen an die Zukunft:
Zitat:
Laut „World Factbook“ der CIA sind rund 74 Prozent der Bevölkerung Araber, daneben leben in Syrien Kurden, Aramäer und Assyrer, Turkmenen, Armenier oder Tscherkessen. Zudem unterteilt sich die Gesellschaft in verschiedene Religionen und Konfessionen, selbst die muslimische Mehrheit ist stark heterogen.
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Für radikale Islamisten sind manche dieser Gemeinschaften „Teufelszeug“. So versuchte etwa die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) ab 2014, die Jesiden auszurotten. ... Viele IS-Mitglieder, die am Völkermord beteiligt waren, kämpfen heute in den Reihen der HTS und anderer syrischer Rebellengruppen.
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auch die christliche Bevölkerung, insbesondere im Nordosten Syriens, bereits traumatische Erfahrungen mit islamistischen Rebellen gemacht hat. 2012 hatte die Al-Nusra-Front die Region angegriffen.
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die Syrische Nationale Armee (SNA), die Ankara finanziert und ausrüstet, um die Kurden-Miliz YPG in Nordostsyrien zu bekämpfen. Die YPG ist aber auch Teil der autonomen Verwaltung in der Region, an der alle Bevölkerungsgruppen beteiligt sind. Und diese ist jetzt akut bedroht. Vor wenigen Tagen startete die SNA neue Angriffe
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Die christliche Miliz kämpft gegen den IS – und die SNA. „In der neuen Verfassung müssen die Rechte und die Gleichheit aller Bevölkerungsteile festgeschrieben werden“, fordert Barsoum. „Wir wollen eine Trennung von Staat und Religion sowie Wahlen.“
Sollte die Diversität nicht gesichert sein und Dscholani womöglich die Scharia einführen, dann blieben nur Kampf und ein neuer Bürgerkrieg. „Die Mehrheit der Syrer will keinen islamischen Staat.“
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Der Kurde plädiert für ein föderalistisches System, nur das würde der vielfältigen Gesellschaft des Landes gerecht. Den Islamisten vertraut er nicht: „Sollte Dscholani sein Versprechen nicht umsetzen und stattdessen wie die Taliban regieren, dann kann es nur Bürgerkrieg geben.“
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Scheich Manea Humaydi Daham al-Hadi mit Sonnenbrille auf der Terrasse seines riesigen Palastes und raucht. Der Scheich ist Oberhaupt des arabischen Shammar-Stamms mit mehr als einer Million Mitgliedern. „Wir werden sehen, wie flexibel die HTS ist“, sagt Hadi. „Sollten sie ihre islamistische Agenda umsetzen, dann startet der Krieg von Neuem.“ Aber selbst von einem pragmatischen Dscholani erwartet der Scheich nichts Gutes.
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„Wenn Dscholani den Minderheiten gleiche Rechte und zudem auch noch Wahlen zugesteht, schafft er sich keine Freunde bei Hardlinern seiner Organisation“, sagt er. „Sollte er die jedoch mit einer islamistischen Ordnung zufriedenstellen, dann hat er alle anderen als Gegner.“
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Ich frage mich, welche Syrer bei dieser labilen Ausgangslage jetzt schon zurück wollen? Besondrers der letzte Satz ist Grund für Sorge. Ich schätze, wenn es gut läuft, können sehr viele zurück, wenn es schlecht läuft, und die Hardliner sich durchsetzen, muß man sich auf eine Fluchtwelle von Christen, Drusen, Kurden und Schiiten einstellen - und das entsprechend auch bei evtl. Rückführungen berücksichtigen.
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