Zitat:
Zitat von Klugschnacker
Du sagst, moralisches Handeln sei soziales Handeln. Für Dich bedeutet soziales Handeln dasselbe wie "Nächstenliebe übend", wenn ich Dich richtig verstehe. Diesen Bezug zum Christentum kann ich nachvollziehen.
Gleichzeitig lässt Du wesentliche Forderungen des Christentums an die Menschen damit einfach weg. Dessen Ziel ist bekanntlich nicht das Lebensglück des Einzelnen oder einer Gemeinschaft, sondern die Gottgefälligkeit. Das macht der Sündenbegriff klar, der sich nicht daran orientiert, Leid zu vermeiden und Wohlergehen zu fördern, sondern göttliche Regeln zu befolgen.
Die christlichen Kirchen geraten mit dieser Art der Moral zunehmend in Konflikt mit der Gesellschaft.
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Dankeschön.
Ja, das stimmt, ich unterstellte den Christen aus dem Volk Nächstenliebe als Maxime. Kann auch nicht richtig sein. Insofern, dass diese ganz was anderes im Sinn haben mit ihrem christlichen Gehabe. Aus der Kirche bin ich schon vor über 20 Jahren ausgetreten.
Göttliche Regeln befolgen ist eine Sache, die Regeln, die das Volk selbst aufstellt überkonfessionell für sich eine andere Sache. Ist mir nicht so ganz klar wie herausgeabreitet werden kann, ob diese göttlichen Regeln oder die Regeln des zwischenmenschlichen Miteinander besser sind. Deswegen, ja, wenn sich Gläubige und Nicht-Gläubige sozial verhalten fände ich das akzeptabel und gut. Zumindest gab die Kirche im Mittelalter vielen Menschen Stabilität, Orientierung und Hoffnung? Heute hierzulande sicherlich nicht so sehr, schaut man sich die Zahlen an.
Richtig, das stimmt auch, die Kirche gerät in Konflikt mit der Gesellschaft. Die Gesellschaft hier zu Lande betreffend. Schüller hatte angemerkt, dass dem in Afrika, Asien oder Südamerika nicht so ist. Deutschland hat 80 Millionen Einwohnerinnen grob geschätzt, sagen wir 85 Millionen. Davon sind 10% katholisch, also 8,5 Millionen römisch-katholische Christen. Weltwelt macht die katholische Glaubensgemeinschft 1500 Millionen Christen aus? Plusminus. Von daher sprichst du über eine Minderheit innerhalb der katholischen Kirche, falls du dich auf unsere Gesellschaft hier in Deutschland beziehst. Vllt braucht es in Afrika, Asien oder auch Südamerika einfach mehr Zeit, um die kirchliche Moral in Frage zu stellen?
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Anekdote zu den göttlichen Regeln - (r)eine Auslegungssache?
Ich selbst fands auf den Philippinen megaklasse mindestens jeden zweiten Sonntag in die Kirche zu gehen, wie da gesungen wurde, als ob das Kirchenschiff schlingerte. Vor Weihnachten schaffte ich es sogar fünfmal um 4:00 A.M. aufzustehen um an fünf Tagen hintereinander am Gottesdienst teilzunehmen. Ambitionierte Jugendliche neunmal an neun Tagen nacheinander, und deswegen hätte dann auch der liebe Gott ein Einsehen bei der Partnerwahl. Ging stehts um 4:30 Uhr morgens los. Mir wurde das auch "aufgebuckelt" von den Einheimischen, da es mir sonst Unglück brächte, und ich deswegen mitmachen muss. Auch außerhalb der Kirche im Vorgarten tummelten sich die Menschen werktags vor Weihnachten um diese sehr frühe Uhrzeit. Die Kirche war proppevoll und platzte sprichwörtlich aus allen Nähten. Unter ihnen also viele Jugendliche, auch draußen, die Witzchen machten und unaufmerksam waren. Ich meinte nach einiger Zeit, genervt von deren Aktivitäten und ihrem lauten Sprechen, also mit Autorität in der Stimme noch lauter: "dies ist Service zu Gott", und weiter: "falls ihr euch nicht benehmt, melde ich dieses dem Priester". In Englisch natürlich. Die Jugendlichen knieten sofort nieder und bekreuzigten sich. Und natürlich kniete auch ich in Sorge um mich selbst anschließend sofort auch in Richtung Kruzifix nieder und bekreuzigte mich. Wäre ja ansonsten aufgefallen. Hat alles nichts genützt. Wäre ich nur nicht nur fünfmal hintereinander an fünf aufeinanderfolgen Tagen, sondern neunmal zu diesem Gottesdienst an neun aufeinanderfolgen Tagen gegangen, so wie diese Jugendlichen.
