Mein Rennen beim Ironman Austria 2023 war für mich die elfte Langdistanz und trotzdem ein Neuanfang: Die erste Langdistanz nach 4 Jahren LD-Pause, mit ein paar orthopädischen Problemen dazwischen.
Trotzdem war ich ziemlich entspannt. Ich hab noch nie so gut geschlafen vor einer Langdistanz. Da war ich von mir selbst schon überrascht, denn üblicherweise war bei mir die Anspannung vor einer LD doch erheblich.
Entsprechend gemütlich war dann auch das Schwimmen. Ich mag den Rolling Start immer noch nicht. Beim Massenstart ist man irgendwie gleich voll im Wettkampfmodus. So bin ich im Rolling Start einmal gemütlich losgeschwommen. Nach 1:13 h aus dem Wasser, keine Katastrophe aber auch nicht wirklich gut - irgendwie hat mir der Biss gefehlt, aber dafür war ich topfit: keine Krämpfe und gefühlt gerade einmal ein paar lockere Minuten plantschen im Wörthersee hinter mir.
Also gut gelaunt aufs Rad, und da ist es super gerollt: wenig Wind und ein neues Zeitfahrrad (Speedmax), da hat das Radeln unglaublichen Spaß gemacht. Dazu war mein Rad-Selbstbewusstsein durch 6.000 Trainingskilometer seit Jahresanfang und ein paar gute Leistungen durchaus auf hohem Niveau. Bin die 180 km gleichmäßig durchgefahren, mit 190 Watt NP (laut meinem neuen Leistungsmesser, keine Ahnung, ob der realistische Werte misst - hab ja keinen Vergleich). Nach 5:08 Stunden zurück in der Wechselzone, in der AK von Platz 36 (nach dem Schwimmen) auf Platz 2 vorgefahren.
Und trotzdem war ich noch nie so frisch vor einem LD-Marathon. Musste mich zunächst ziemlich bremsen - die ersten 15 km im 5:00-Schnitt, aber dann wurde es schwerer und nach 22 km war der Stecker gezogen. Hab mich dann das zweite Mal nach Krumpendorf und wieder zurück geschleppt. Dann musste ich noch einen Dixie-Stopp einlegen (bei dem ich einen Fußsohlenkrampf ! WTF! bekommen habe). Und außerdem war ich nach dem Stopp nur noch auf Platz 4.
Für genau solche Fälle habe ich eigentlich immer zwei Notfallsgels dabei, die hab ich dann ausgepackt und ich konnte gegen Ende wieder Tempo aufnehmen, den 3. und 4. zurück überholen (leider nur "virtuell", wegen des Rolling Starts finden Überholmanöver ja nur in der Zwischenzeitliste statt und nicht auf der Strecke). Nach einem 3:52er-Marathon war ich dann als Zweiter der AK55 im Ziel.
Alles in allem ein sehr erfolgreiches LD-Comeback. Nach drei Tagen traue ich mich jetzt auch schreiben, dass auch meine Füße das Rennen super überstanden haben. Offenbar war sowohl die Schuhwahl (Hoka Carbon X3) richtig. Aber auch das eher gemächliche Tempo (5:31-Schnitt) hat meinen Füßen offenbar weit weniger zugesetzt als z.B. der Halbmarathon bei einer Mitteldistanz vier Wochen zuvor.
Die Stimmung war super am Sonntag, auch dank vieler Fans. An dieser Stelle auch an alle Anfeuerer und -innen ein herzliches Dankeschön! Mir hilft das immer sehr, wenn ich gerade im Tief bin. Was ich noch mitnehme: ich muss meine Marathon-Verpflegung noch weiter optimieren, auch wenn die Kotz- und die Scheißgrenze irgendwie doch starke limitierende Faktoren sind. Aber irgendwas geht immer

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Jetzt freue ich mich mal über mein Klagenfurt-Rennen, ruhe mich ein bisschen aus und steige dann ins Nizza-Training ein. Mit ein bisschen mehr Wettkampf-Anspannung, der anspruchsvollen Radstrecke und einer optimierten Marathon-Verpflegung wird das ein geiles Rennen - ich freu mich schon!