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triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum - Einzelnen Beitrag anzeigen - chronische Nasennebenhöhlen Entzündung
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Alt 03.04.2023, 21:58   #3
svmechow
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Registriert seit: 01.09.2021
Ort: Berlin
Beiträge: 1.242
Um auf eine Wunderheilung zu spekulieren, ist sicher die Osterzeit die am besten geeignete innerhalb des ganzen Jahres. Da ist ja schon auch mal einer von den Toten wieder auferstanden. Die Wahrscheinlichkeit, dass Du nun also plötzlich am Sonntag Morgen geheilt bist, ist also extrem hoch. Wenn Du Dir dazu noch ein Paar Globuli in jedes Nasenloch steckst, steht Deinem Osterwunder nichts mehr im Weg.

Sollten sich nun wider Erwartens doch am Ostermontag die selben Beschwerden einstellen, wären hier ein paar Ideen zur chronischen Sinusitis, wie das ganze auch genannt wird.

Bei einer Sinusitis handelt es sich um eine entzündliche Veränderung der Schleimhaut in den Nasennebenhöhlen, den sogenannten Sinus. Diese Sinud sind luftgefüllten Hohlräume im knöchernen Schädel, konkret im Gesichtsschädel neben und oberhalb der Nase und mit dieser in direkter Verbindung stehend. Welchen evolutionären Zweck diese Pneumatisationsräume erfüllen, darüber mag spekuliert werden; ob sie nur dazu dienen, das Gewicht des knöchernen Schädels zu reduzieren oder ob sie als Resonanzraum für Sprache und Sprechen dienen, I don‘t know. interessanter Weise scheinen Asiat*innen, zumindest Thai aus dem Nordosten des Landes keine Stirnhöhlen zu besitzen, doch das nur so als Funfact am Rande.

Einen bescheuerten Zweck erfüllen diese Sinus auf jeden Fall bestens: sie entzünden sich wahnsinnig gerne, und zwar mit Vorliebe dann, wenn die Belüftung nicht gewährleistet ist. Dies kann zum Beispiel bereits dadurch passieren, dass die Nasenschleimhaut im Zusammenhang mit einer Rhinitis (das ist nichts anderes als Schnupfen, egal ob allergisch oder viral bedingt) entzündet ist und damit anschwillt.
Das ist der Grund, warum bei der akuten Sinusitis die elementare Therapie die Gabe von Nasentropfen ist, am besten Xylometazolin (Nasivin, Otriven etc.)

Das kann man bei einer chronischen Sinusitis natürlich nicht einfach machen, auf keinen Fall. Erstens lindert das in der Regel die Symptome maximal für einen kurzen Moment und zweitens führt der dauerhafte Gebrauch dieser Nasentropfen zu irreversiblem Schleimhautnekrosen.
Bei der chronischen Sinusitis steht daher die weiterreichende Diagnostik vor jeder Therapie!

Nach einer gründlichen Anamnese folgt idealerweise die Bildgebung (low-dose CT oder MRT) und/oder Endoskopie. Aber ich nehme an, dass das bereits geschehen ist, wenn sogar eine Op-Indikation gestellt wurde.

Im Rahmen der Bildgebung sind mehrere relevante Frage zu beantworten: finden sich nasale Polypen, hypertrophe Nasenmuscheln, eine Septumdeviation oder andere anatomische Besonderheiten, die zu einer Ventilationsstörung der Nebenhöhlen führen können? Wenn ja, dann kann man auch noch 20 Jahre mit Nasenduschen rumdoktern, ohne sich des Problems wirklich zu entledigen.
In diesem Fall ist die Therapie der Wahl ein elektiv durchzuführender endoskopischer Eingriff, bei dem unter Schonung der intakten Schleimhaut die entsprechende anatomische Struktur abgetragen wird, wonach mit hoher Wahrscheinlichkeit das Problem einfach gelöst ist.

Natürlich findet sich mit Sicherheit hier im Forum mindestens eine Person, die jemanden kennt, bei dem der Eingriff nicht den gewünschten Effekt erzielt hat. Natürlich kann nie, wirklich niemals eine Erfolgsgarantie ausgestellt werden. Liegt allerdings eines der genannten und per Bildgebung gesicherten Probleme vor, so kann zumindest garantiert werden, dass es ohne Intervention nicht besser wird.
Es sei denn, das Osterwunder realisiert sich.

We Du schreibst, hast Du die wichtigsten konservativen Therapiemethoden konsequent angewendet ohne dauerhaften Erfolg: Nasenduschen, Desensibilisierung, auch kortisonhaltige Nasensprays sind immer einen Versuch wert.

Wenn das alles nix gebracht hat und die Beschwerden gross genug, würde ich vllt noch eine*n weitere*n HNO-Kolleg*in konsultieren, die Zweitmeinungssprechstunde ist ein häufiges Phänomen und wird i.d.R. auch problemlos übernommen.

Sollte die Op-Indikation darin bestätigt werden, dann ist der Eingriff sicher nicht die schlechteste Variante und allenfalls besser als die chronische Sinusitis. Mach Dir mal die anatomische Nähe der Sinus zu Deinem Gehirn klar. Das Risiken für einen Hirnabszess ist zwar gering, die Konsequenzen desselben aber dramatisch.
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