Drei tage später ging gleich das nächste Äktschn-Wochenende an den Start.
Donnerstagmittag los, an sich war mal wieder n Besuch beim Stammtisch geplant, aber da die Hauptakteure dort auf Moppetreise sind, ging wohl nix zsamm und ich hab mir den Weg nach Straubing gespart.
Stattdessen war nachm Ausladen meines Leerguts in der Fränkischen Schierling das Ziel, um mal wieder hoch droben überm Labertal zu übernachten.
Vanlife und so...
Freitag dann in Landshut umsteigen, Anreise nach Sölden, wo wir den Aufstieg auf die Braunschweiger Hütte in Angriff nahmen.
Man siehts schon;- es geht etwas höher rauf...
Rechtzeitig zum Abendessen waren wir droben, echt lästige Geschichte, Parkplatz und Hütte sind mehr oder weniger aufm gleichen Level, aber man muss sich halt übers Pitztaler Jöchel schinden für nix, also 250hm rauf und knapp 300 wieder runter.
Abends gabs noch n paar Knotenübungen, jetzt nicht die grosse Herausforderung für mich, Punkt Zehn hat der Wirt uns ins Lager gescheucht.
Der kluge Junge hat aufm Weg vom Zähneputzen auf die Pritsche noch seine Ohrstöpsel verschlampt und daraufhin mal wieder traumhaft (nicht) geschlafen.
An sich hatten wir zwo Räume belegt, einen mit Nichtschnarchern und einen mit, laut Atmen, dass die Wände wackeln gehört tatsächlich strenggenommen nicht zu Schnarchen, machts für die andern aber auch nicht besser. Schice. Wieso lass ich mich nur immer wieder auf diese depperten Hüttenübernachtungen ein?
Grad hier, die höchstgelegene Hütte am E5 Weitwanderweg. Streng genommen führt der Weg einmal quer durch halb Europa, von Brest nach Verona, der überlaufendste Abschnitt ist aber wohl der von Oberstdorf nach Meran in sechs Tagen. Dementpsrechend ist das Publikum, also da brauchste nix irgendwo liegenlassen oder vergessen und bringst deine Schuhe getrennt unter, bevor sie am nächsten Morgen weg sind und wenn alle die Hütte verlassen haben nur noch welche drei Nummern kleiner übrig sind (alles schon erlebt).
Stöcke dito. Gibt nen grossen Kübel, wo alle ihre Stecken reinstellen können, manche verwechseln das mit ner Tauschbörse, ggf. jedoch auch ohne was einzutauschen...
Also, heisses Pflaster, nixdestowenigerzumtrotz schönen Sonnenuntergang erlebt und dreiviertel Sieben Frühstück.
Anschliessend Abmarsch, wir waren ja nicht zum Spass hier. Es ging mehr oder weniger um Hochtouren (also alles, was so über 3000m liegt und sich in Eis und Schnee bewegt)-Ausbildung.
Mir weniger, ich wusst an sich, wieso ich mich normal da oben fernhalte, aber mit dem Ausbilder war ich letztes Jahr in RO und diverse Male beim Skifahren und obwohl die Sektion gut 800Mitglieder hat, treffen sich immer wieder die gleichen und das versprach, recht witzig zu werden.
Wurds prinzipiell auch, nur halt nicht in Bezug auf dieses Hochtourendings.
Was hier so malerisch aussieht im Hintergrund, ist einfach und schlichtwegs gesagt schice zum Gehen. Alle paar Schritte trägt der Schnee nicht und man sinkt unvermittelt bis zum Knie oder noch weiter ein, sobald man die Steigeisen anlegt, tappt man nicht wie beim normalen Gehen voran, sondern die greifen halt wie sie greifen, der Fuss verkantet und die Muskulatur will das ausgleichen oder gegenhalten und das schlaucht, weils mit normalem, gleichmässigen Dahinlaufen nix zu tun hat.
Das ganze dann noch gesteigert, sobald man wegen Spaltensturzgefahr in ner Seilschaft geht, wo man sich dem Tempo der anderen anpassen und vorallem noch das Seil immer straff halten muss, was nur durch dauernde Tempowechsel, stehenbleiben, kurz warten usw. geht.
Das schlaucht derartig und geht so auf die Knochen (konkret Gelenke und Sehnen), dass ich null Bock drauf hatte und abends schon fürn nächsten Tag absagen wollte, hätte nicht der Ausbildungsfritze zugesagt, nur n paar hundert Meter vom Haus weg und ohne grosse Wanderung und viele Höhenmeter zu üben.
Ja, und apropos üben. Was halt so anfällt.
Anseilen eh, Gehen in der Seilschaft (ich erwähnte es bereits, Kotzsmilie...), richtig Hintreten mit Steigeisen in allen Geländeformen und auf allen Untergründen, Einsatz dieses Eispickels und hier nu also wie beim Eisklettern so die Basics wie Eisschrauben bzw. damit Sanduhren ins Eis bohren zum Sichern, Klettern, Abseilen usw.,
und wie man sie wieder rauskriegt, ohne jedesmal Material für knapp nen Hunni am Berg zu lassen.
Anschliessend gings dann noch 300hm rauf aufn Linken Fernerkogel, ne ernsthafte Schinderei die mich an das T-Shirt mit der sinnentleerten Aufschrift 'Ich werde nicht aufgeben, aber ich werde bei jedem Schritt tierisch fluchen!" erinnerte.
Keine Ahnung, wie man mit so ner ätzenden Hatscherei Touren über zwotausend Höhenmeter (und natürlich auch wieder runter) packt.
Ich werds mir sicher niemals antun.
Zumal die Landschaft ja nu auch nicht so wirklich überragend und abwechslungsreich ist...
...und auch der Gipfelerfolg zwar für vieles entschädigt, aber nach so ner elenden Schinderei bei weitem nicht für alles.
Dazu grillt dich die Sonne in deinen Klamotten, die du aber brauchst, weilst im kalten Wind dort droben sonst erfrierst, du pappst von der vielen Sonnencreme und dieses ganze Goretex-Gedöns bringt dir hier mehr oder weniger gar nix als dasses den Wind draussen hält.
Nu will ich aber ernsthaft nicht allzu abwertend klingen, für n Wochenende um meine Haltung, wieso ich sowas nicht machen will, zu bestätigen, wars astrein.
Sonntag gabs dann wie angekündigt noch n bissl Überungen für Spaltenrettung und -bergung, also einmal sich selbst da rausschaffen, sollte man reingefallen sein und keiner einem helfen können, un ddann aben andere rausziehn.
Nach dem Sommerrettungswochende mit der Bergwacht eher nicht so die grosse Anforderung und diesmal auch in ner fantastischen Landschaft zusammen mit Wetterbedingungen, die zwar etwas unwirtlich, aber zehnmal geiler als am Samstag waren.
Die ganze Atmosphäre erinnerte irgendwie an Island, dieser Spot hats mir wirklich angetan.