Zitat:
Zitat von Schwarzfahrer
Wenn Du aber auf Servus-TV abzielst: das ist Teil einer bunten Medienlandschaft unter dem Stichwort Pressefreiheit, in der eben von Astro-TV bis zum Deutschlandfunk alles einen Platz findet, solange es nicht gegen konkrete Gesetze verstößt. Dir dürfte auch nicht entgangen sein, daß Deutschland sich bzgl. Pressefreiheit merklich verschlechtert hat, u.a. auch wegen abnehmender Medienvielfalt. Ohne Servus TV wäre diese Vielfalt noch ein bißchen weniger. Mal sehen, ob Musk es schafft, auch Twitter etwas bunter zu machen.
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Ich hab mal markiert, wo der Haken Deiner Argumentation ist. Ohne die Gesetze in Deutschland im Detail zu kennen kann ich natürlich nur aus Österreich berichten. Und da besteht der dringende Verdacht von Gesetzesverstößen.
Medienbehörde leitet Verfahren gegen Servus TV ein:
https://www.derstandard.at/story/200...-servus-tv-ein
Derartige Verfahren sind sehr selten. Offenbar hält die Behörde die zu Grunde liegende Sachverhaltsdarstellung also zumindest für überprüfenswert. Zitat aus dem verlinkten Artikel: "Die in der Sachverhaltsdarstellung angeführten Verstöße gegen das Audiovisuelle-Mediendienste-Gesetz beziehen sich etwa auf die Punkte Objektivität und Meinungsvielfalt, denen Fernsehprogramme zu entsprechen haben, sowie das Gebot der journalistischen Sorgfalt, wonach die verbreitete Information "auf Wahrheit und Herkunft zu prüfen" sei."
Konkret gibt´s z.B. einen Faktencheck zu Aussagen vom Servus-TV-Intendanten, die eindeutig als falsch (=Fakenews) beurteilt werden:
https://www.profil.at/faktiv/wegsche...fung/401826733
Medienvielfalt ist ein hohes Gut, besteht aber nicht darin, dass einfach jeder schreiben oder senden darf, was er will. Da geht´s z.B. auch um wirtschaftliche Unabhängigkeit von Medien. Und auch da ist Servus-TV kein gutes Beispiel. Im de facto Alleineigentum von Mateschitz, der das Medium nach Gutsherrenart führt. Als z.B. die Belegschaft einen Betriebsrat gründen wollte, hat Mateschitz gedroht, den Sender sofort zu schließen. Später haben dann die Mitarbeiter und -innen von Servus-TV öffentlich bekundet, eh keinen Betriebsrat zu wollen. Damit war der Boss zufrieden und darf nun weiter mit seinem Sender spielen.
Inwiefern Servus-TV also insgesamt einen konstruktiven Beitrag zur Medienlandschaft leistet, sei dahingestellt. Und um gleich das erwartbare Argument vorwegzunehmen: Ja, es ist nicht alles schlecht, was Servus TV macht. Das Medium insgesamt ist aber kein nachhaltiger Beitrag zu einer positiven Entwicklung am Medienmarkt.