Zitat:
Zitat von Hafu
Es steht IMHO ein extrem niedriges Nebenwirkungsrisiko der Impfung einem niedrigen Krankheitsrisiko gegenüber.
[...]
Die Kinderimpfung reduziert das Risiko von weiteren Unterrichtsausfällen (oder langfristig betrachtet sogar Lockdowns, denn Omicron könnte durchaus wegen seiner hohen Übertragbarkeit eine fünfte Welle in ein paar Monaten hervorrufen), unterbricht Infektionsketten, schützt Eltern und Großeltern von geimpften Kindern, hilft Inzidenzen zu senken (und senkt damit auch das Risiko weiterer ungewollter Mutationen des Virus). Eine Kosten-Nutzen-Risiko-Betrachtung, die all das ausklammert ist unvollständig.
|
Ein geringes Risiko durch die Krankheit ergibt auch einen geringen direkten Nutzen für das Kind selbst, den es durch die Impfung hat. Auch wenn das Risiko der Impfung noch so klein sein mag. Allerdings ...
Der zweite Absatz schein mir für die Frage Impfpflicht für Kinder ja/nein? ein sehr wichtiger zu sein. Geht es doch letztlich um die Frage, ob wir Kinder zur Pandemiebekämpfung bloß
"verzwecken" wollen? Dies wäre aus meiner Sicht zumindest moralisch nicht zulässig. Stichwort: Objektformel.
Ich würde deshalb den zweiten Absatz differenzieren wollen. Zum einen in Aspekte, die dem Kind (neben dem direkten Nutzen des Schutzes vor Covid) auch indirekten Nutzen bringen: Unterrichtsausfälle verhindern ==> Bildung, Lockdown ==> soziale Kontakte ermöglichen.
Die Restlichen Aspekte würde ich überwiegend (wenn es auch nicht so schwarz weiß ist) der reinen Pandemiebekämpfung zuordnen.
Da sich die Dinge (indirekter Nutzen für Kinder/Pandemiebekämpfung) gegenseitig beeinflussen/bedingen, sehe ich am Ende hier Abwägungsbedarf: Bekommen wir die Pandemiebekämpfung auch hin, ohne weitere negative Folgen (Bildungsverlust, Sozialkontaktverlust, ...) wenn wir eine Impfpflicht lediglich für Erwachsene (ggf. auch mit Pflicht zur regelmäßigen weiteren Impfung) einführen, dies aber so schnell wie möglich und konsequent?
Erst nachdem diese Frage mehr oder weniger sicher mit "nein" beantwortet ist, würde ich einer Impfpflicht für Kinder ethisch zustimmen. In diesem Falle tritt das "verzwecken" der Kinder m.M.n. in den Hintergrund. In den Vordergrund tritt dann die Pflicht zum solidarischen Handeln in der Krise. Diese Pflicht trifft dann zunächst die Eltern von Kindern bzgl. der Impfentscheidung für ihre Kinder.
Ist die oben gestellte Frage nicht mit "nein" zu beantworten, würde ich eine Impfpflicht für Kinder aus ethischen Gründen verneinen. Ich bin aber starker Befürworter einer Impfmöglichkeit für Kinder und der Verantwortung der Eltern für ihre Kinder.
Nebenbei: In der Impfpflicht für Erwachsene sehe ich übrigens nicht nur eine zwingend notwendige Maßnahme des Staates, sondern auch eine ethische Pflicht des Einzelnen.
