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Thema: Corona Virus
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Alt 10.12.2021, 07:57   #28693
Hafu
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Zitat von noam Beitrag anzeigen
Ich verstehe die Fixierung auf die StIKo nicht. Weder aus Sicht der Ärzte noch aus Sicht der Bevölkerung, aber vielleicht überseh ich da einen Aspekt, den vielleicht HaFu erläutern kann. Wenn ein Arzneimittel (hier: Impfung) zur Anwendung durch die entsprechende Behörde zugelassen ist, dann kann ich doch meinen Arzt (als Gesundheitsdienstleister) beauftragen diese Impfung durchzuführen, oder nicht?
...
Ein Problem ist die im medizinischen Zusammenhang immer mehr grassierende Klagehäufigkeit im medizinischen Bereich, die wir auch in unserem orthopädischen Bereich seit einigen Jahren registrieren.

Unzufriedene Patienten gehen heutzutage sehr gerne zum Anwalt und verklagen einen ihrer behandelnden Ärzte wegen Behandlungsfehler. Das war vor 10 oder 15 Jahren noch ein absoluter Ausnahmefall und schwappt wohl aus den USA nach Deutschland rüber.

Überforderte Gerichte drängen in Kunstfehlerprozessen meist auf das Schließen von Vergleichen zwischen den Prozessparteien, so dass es selbst in Fällen, wo (aus ärztlicher Sicht eigentlich kein Behandlungsfehler vorliegt) oft zu Schmerzensgeldzahlungen kommt, weil die Haftpflichtversicherung des Arztes (und der Richter) den Fall vom Tisch haben will.

Einer der häufigsten Gründe für "erfolgreiche" Klagen auf Behandlungsfehler ist "unzureichende Aufklärung" hinsichtlich der Risiken eines Eingriffs, einer Behandlung bzw. einer Impfung.

Wenn ein Arzt streng nach STIKO-Empfehlung impft, sind Klagen hinsichtlich unzureichender Aufklärung zu Nebenwirkungen der Impfung ziemlich aussichtslos für den Kläger, weil die STIKO einfach ein riesiges, traditionelles Rückgrat hinsichtlich der Qualität ihrer Impfempfehlungen hat. Die individuelle Aufklärung im Einzelfall ist hier nicht so relevant, da es ja die ausführliche, auch für Laien nachlesbare Aufklärung gibt.

Bei jeder Impfung ohne STIKO-Empfehlung und erst recht bei Off-Label-Impfungen von Kindern muss sich der impfende Arzt dagegen extrem gut absichern, wenn er später doch verklagt werden sollte und muss sich extreme Mühe geben, sowohl in allen Details aufzuklären als auch diese Aufklärung zusätzlich sehr gut zu dokomentieren, denn vor Gericht kann er sich nicht hinter der STIKO verstecken, sondern muss selbst beweisen, dass er keinerlei noch so kleine Aufklärungsfehler begonnen hat.

Aus dem Grund verzichten viele Kinderärzte auf Nicht-STIKO-Impfungen ( selbst wenn sie selbst anderer Meinung hinsichtlich der Impfung sind), weil sie den Aufwand der gerichtssicheren Impfdokumentation und detaillierten Aufklärung der Erziehungsberechtigten scheuen und natürlich auch überhaupt keine Lust haben, wegen solcher Dinge sich mit Klagen auseinandersetzen zu müssen.

Die geplanten Kinderimpfzentren könnten dieses Dilemma lösen helfen, da dort bei Impfungen ohne STIKO-Empfehlung und auftretenden Nebenwirkungen eher nicht der einzelne Arzt, sondern im Zweifelsfall das Impfzentrum bzw. die dahinter stehende Behörde verklagt wird.
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