17.09.2021, 10:38
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Szenekenner
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Mal ein politisch-inhaltliches Hintergrundthema über die Grünen. Der Artikel erklärt den Einfluss des Soziologen Armin Nassehi auf die ganz ursprünglich von der Grünen Führung angedachte, bevorzugte Koalitionsstrategie CDU-Grüne im Bund.
Zitat:
"Eine denkbare Erklärung findet sich in der strategischen Neuausrichtung der Grünen im Jahr 2018. Armin Nassehis Vordenkerrolle ergab sich nämlich just zu der Zeit, als Robert Habeck und Annalena Baerbock gemeinsam den Parteivorsitz übernahmen. Als Stichwortgeber im Hintergrund wirkte das „Zentrum Liberale Moderne“ um Ralf Fücks und Marieluise Beck, in dessen Beirat Nassehi sitzt. Vorbereitet wurde hier das lagerübergreifende Projekt einer schwarz-grünen Koalition im Bund, wohl wissend, dass die Mehrheit der Grünen-Mitglieder das nicht wollten. Der grünen Partei war dabei jene Funktion zugedacht, die in den Nachkriegsjahrzehnten die FDP erfüllt hatte: zuverlässig für bürgerliche Mehrheiten zu sorgen.
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Der schwarz-grüne Plan schien zeitweise unausweichlich und wäre wohl auch aufgegangen, hätte es nicht fünf, sechs Wochen vor der Bundestagswahl diesen abrupten Absturz der Unionsparteien (und der Grünen) gegeben. Plötzlich scheint schwarz-grün keine realistische Option mehr zu sein, die Zustimmung zu diesem „lagerübergreifenden Bündnis“ ist von 60 auf 40 Prozent gefallen. Und die Grünen müssen sich ernsthaft fragen, ob die unpolitische Anpassungsstrategie nach dem Modell ihres „Meisterdenkers“ Nassehi nicht ein Fehler war, eine groteske Fehleinschätzung, die dazu beigetragen hat, dass die Grünen ihren Vorsprung in den Umfragen wieder eingebüßt haben: Lagen sie im Mai noch bei 26 Prozent Zustimmung, so stehen sie derzeit nur mehr bei 16 Prozent."
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Der Papst der Grünen. Porträt: Armin Nassehi gilt als Vordenker einer schwarz-grünen Koalition. Hörten Baerbock und Habeck auf den Falschen?
Geändert von qbz (17.09.2021 um 12:51 Uhr).
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