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Individuelle Trainingspläne vom persönlichen Coach
triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum - Einzelnen Beitrag anzeigen - Ironman Frankfurt 2021
Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 17.08.2021, 12:51   #1142
craven
Szenekenner
 
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Ort: BaWü
Beiträge: 600
Leider gibts verdammt wenig Teilnehmerberichte im Thread, und dafür n Haufen anderes...
Vielleicht haben ja noch einige Teilnehmer Lust, ihren Tag zu schildern?

Ich war dieses Jahr sehr zwiegespalten: auf der einen Seite war es cool, mal wieder einen Wettkampf zu haben, zudem mit einem angenehm kleinen Teilnehmerfeld. Auf der anderen Seite bezahlt man bei Ironman ja auch viel Geld für das ganze drumrum wie Massagen :D und die sind ja leider coronabedingt ausgefallen. Habe daher lange überlegt, auf nächstes Jahr zu verschieben (vor allem weil nächstes Jahr wahrscheinlich viele Rennen nur wenige Plätze anbieten, da ja erstmal alle Verschieber versorgt werden müssen); schlussendlich hatte ich dann aber doch irgendwie Bock :D


Zum Rennen selber:
Meine Vorbereitung war wie so oft mangelhaft. Über Winter und Frühjahr bin ich für meine Verhältnisse viel gelaufen, dafür aber gar nicht geradelt. Schwimmen ging ja bekanntermaßen auch nicht... Die letzten Wochen war ich dann noch 4-5 Samstage je 3h auf dem Bike, dafür bin ich dann kaum mehr gelaufen; an meinem nicht vorhanden Trainigsplan sollte ich wohl noch arbeiten
Zudem war Schwimmen im Freibad wieder möglich, so dass ich dort auch noch ein paar Mal Zeit verbracht habe (allerdings war das zeitliche Verhältnis von schwimmen zu Liegewiese seeeehr zugunsten der Wiese ).
Im Endeffekt waren es dann dieses Jahr rund 1800km aufm Bike, 1000km in den Laufschuhen und 24km im Wasser - Spitzenvorbereitung also, bei der vollkommen klar ist, dass es "möglicherweise" etwas an der Ausdauer hapern wird.

Nach Frankfurt bin ich erst am Samstag früh gefahren. Die Anmeldung hat gut geklappt, Covid-bedingt natürlich etwas aufwendiger als früher, aber alles in allem sehr entspannt. Nirgends Warteschlangen, alle Helfer superfreundlich und ohne jegliche Probleme über nen Impfzertifikat ein regenbogenfarbenes Bändchen bekommen.

Beim Shuttlebus hat sich Ironman dann nicht allzu sehr mit Ruhm bekleckert - das Shuttle kam zwar schnell und war auch ziemlich leer, dummerweise handelte es sich um einen Reisebus, welcher zwar bequeme Sitze aber eben keinerlei Stellfläche für beispielsweise Räder hat. Zu allem Überfluss gabs auch keine Klimaanlage, dafür aber zwei sehr nette Mitstreiter, mit denen die Busfahrt dann kurzweilig war. Nach ziemlichem Schweissverlust war dann die Wechselzone endlich erreicht und das Einchecken konnte losgehen. Auch hier wieder alles sehr entspannt mit freundlichen Helfern überall, sodass das ganze Procedere schnell erledigt war und ich zügig wieder (mit einem nunmehr klimatisierten Bus ) auf dem Weg nach Frankfurt war.

Am Raceday kam dann das für mich größte Ärgernis: ich stand mit 100 anderen Triathlen + Support morgens um 4:45 an der Shuttle-Stelle - nur eben ohne Shuttle. Morgens 35 Minuten auf einen Bus zu warten anstatt in der Wechselzone zu sein war doch recht unentspannt. Als dann endlich ein Bus kam war dieser natürlich so überfüllt, dass wir wie Ölsardinen reingestopft waren - nicht eben der perfekte Start in einen Wettkampf. Aber irgendwann waren wir auch am See. Dort lief dann alles weitere problemlos ab, sogar Toiletten gabs staufrei in großer Anzahl. Dank der kurzfristigen Verschiebung des Starts um 10 Minuten war dann sogar noch genug Zeit, um ausreichend Nervosität und Wettkampfstimmung aufkommen zu lassen.

Und dann gings endlich wieder los, mit diesem Prickeln in der Luft... Interessanterweise hat sich bestimmmt die Hälfte aller Starter für den Bereich sub1:05h beim Schwimmen entschieden. Waren wohl viele Optimisten dabei. Ich stand in der zweiten Gruppe und konnte sehr entspannt starten. Dank Rolling-Start war auch im Wasser immer ausreichend Platz.
Der Rückweg vom Yachthafen zum Landgang war geprägt von absolutem nichts-sehen aufgrund der aufgehenden Sonne. Habe mich dann einfach an den Plan "immer direkt auf die Sonne zu und irgendwie in der Nähe von anderen bleiben" gehalten und damit zufällig den perfekten Schwimmkurs gewählt. Ein bisschen viel Algengemüse gabs zwischendurch, aber alles in allem lief das Schwimmen optimal und war nach grob 1:02 beendet. Was in FFM immer nicht optimal läuft ist der elendige Weg in die Wechselzone - aber nach kurzzeitig hohem Puls war auch das geschafft.

Radfahren lief auch gut an, nur dass ich mir zum ersten Mal in 10 Jahren eine Karte eingefangen habe. Ich war zwar immer bemüht, auf die Abstände zu achten, habe mich aber dann wohl doch verschätzt und der Kampfrichter sah es anders. Ein dickes Sorry an dieser Stelle, das war nicht beabsichtigt und als Lehre daraus hatte ich anschließend immer mindestens die doppelte Strecke als Abstand. In der Penalty-Box war es lustigerweise sehr nett und die Offiziellen gutgelaunt zum Schwätzchen aufgelegt. Nach mir kamen dann plötzlich bestimmt zehn Mann rein, einer davon sogar mit gleich 2 blauen Karten - die Offiziellen haben meiner Ansicht nach also recht restriktiv durchgegriffen. Im Endeffekt habe ich anschließend aber kaum mehr zu enge Abstände gesehen, dem Rennen hats also meiner Ansicht nach eher gut getan. Auch waren die Penaltyzelte im späteren Verlauf leer. Ansonsten war das Biken schön und unspektakulär und trotz Zeitstrafe noch mit nem 35er Schnitt und ohne Krämpfe - was bei meinem Trainingspensum nicht unbedingt zu erwarten war.

Die erste Laufrunde war dann sonnig und heiss, lief aber noch ganz gut. Nur der Verpflegung mit Gels war ich langsam überdrüssig. Dem Training und der Ernährung geschuldet hats mir dann bei km 12 auch dermassen den Stecker gezogen und mein Wandertag hat angefangen. Nach einigen Kilometern ging dann leichtes joggen wieder und so ging mein Marathon gemächlich dem Ende zu. War aber auch nett, habe unglaublich viele frenetisch anfeuernde Zuschauer getroffen und mit ihnen gewitzelt. Ebenso die ganzen Helfer an den Verpflegungsständen und bei den Bändchen. Vielen Dank an alle, ohne euch wäre ich definitiv noch ne Stunde langsamer gewesen :D

Yoa, die Zielverpflegung war dann unspektakulär, die fehlenden Massagen (ihr seht, das war meine Hauptmotivation) waren schade - aber alles in allem kein Beinbruch

Schlussendlich habe ich nen echt guten Tag gehabt, bei dem das meiste optimal lief. Keine Materialdefekte, kein Stress wegen Erreichen einer PB, und zudem viel Spass gehabt.

Wie wars bei euch?


PS: sorry für den langen Text war ja auch ein langer Tag
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