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Hintergrund meiner Frage war, dass ich keine Notwendigkeit einer staatlichen Spitzensportförderung sehe.
Die Argumente pro staatlicher Spitzensportförderung sehe ich nicht wirklich. Oftmals wird die Vorbildsfunktion der Spitzensportler für die Breitensportler angeführt. Aber warum müssen Vorbilder Deutsch sein? Sind deutsche Sportler so wichtig als Vorbildsfunktion? Reichen hier nicht die internationalen Spitzensportler? Als konkretes Beispiel, wenn ich einen Marathon laufen will, nehme ich mir dann Richard Ringer als Vorbild oder Eliud Kipchoge?
Auch sehe ich nicht, dass Geld welches in den Spitzensport fließt, Strukturen für den Breitensport/Leistungssport schafft. Wäre das Geld nicht besser verteilt wenn die Verbände es für Aktivierung von Mitgliedern, beispielsweise jährliche neue Verbandsmitglieder oder ähnliches bekommen anstatt für Olympiamedaillen?
Meine persönliche Wahrnehmung ist, dass die Gelder sehr exklusiv verteilt werden. Möglichkeiten die Sportanlagen an Stützpunkten zu nutzen sind quasi nicht vorhanden. Dann lieber ein Schwimmbad für alle Sportler in der Stadt bauen.
Die internationale patriotische Darstellung und indirekte Propaganda dargestellt durch internationale Erfolge deutscher Leistungssportler hat Deutschland meiner Meinung nach nicht nötig. Ich persönlich verstehe nicht wie man Stolz auf eine Sportler sein kann und sich als Teil dessen Erfolges fühlt nur weil man den gleichen Pass besitzt. Stolz bin ich auf meine eigenen Leistungen und auf Dinge für die ich etwas getan habe, nicht weil ich die gleiche Staatsbürgerschaft wie erfolgreiche Leute haben.
Gleichzeitig lehrt auch die Vergangenheit, dass staatliche Sportförderung auch erschreckende Ausmaße annehmen kann (Staatsdoping, DDR als Beispiele).
Ich bin nicht dagegen, dass deutsche Sportler bei Olympia starten. Aber ich bin gegen staatlicher Spitzensportförderung. Die Gelder sind in anderen Bereichen besser angelegt. Man kann wie schon vorgeschlagen Verbände für gute Breiten/Leistungssport Arbeit, Trainerausbildung, Sportstätten fördern.
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