gemeinsam zwiften | youtube | forum heute
4 Radtage Südbaden
4 Radtage
Südbaden
4 Radtage Südbaden
Keine Flugreise
Deutschlands wärmste Gegend
Kilometer sammeln vor den Wettkämpfen
Traumhafte Trainingsstrecken
Training auf dem eigenen Rad
30.04..-03.05.2026
EUR 199,-
triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum - Einzelnen Beitrag anzeigen - Bundestagswahl 2021
Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 11.06.2021, 12:12   #692
Hafu
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Zitat von Matthias75 Beitrag anzeigen
Es ging doch auch um Mitgliedschaften in Organisationen (Transatlantik-Stiftung German Marshall Fund & UNHCR).
...
Das mit dem German Marshall Fund ist m.E.n. ein gutes Beispiel wie eine Kleinigkeit in der Presse unverhältnismäßig aufgebauscht wurde:

Baerbock hat unbestreitbar ein Fellowship des German Marshall Fundes durchlaufen, was zweifellos eine gewisse Auszeichnung ist, weil das nicht einfach jeder machen kann, sondern man sich dafür bewerben und ausgewählt werden muss.

Mit dem Durchlaufen der Fellowship hätte sie die Grundvoraussetzung gehabt, um (gegen eine Monatsgebühr) Mitglied im "Leadership council" zu werden. Durchaus denkbar, dass sie als damalige Berufsanfängerin die 5000,-€ für eine Platin-Mitgliedschaft in diesem exklusiven Club oder 250,-€ für eine Bronze-Mitgliedschaft sparen wollte; vielleicht wusste sie aber auch nicht, dass man nach durchlaufenem Fellowship-Programm nicht automatisch zu den Alumni gehört (wie z.B. an den meisten deutschen Universitäten), sondern noch einen extra Mitgliedschaftsantrag stellen muss.

Ich weiß, dass ich als Berufsanfänger mit Familie jeden Euro (bzw. DM), den ich damals ausgegeben habe dreimal rumgedreht habe, weil da auch 20 USD/Monat, was eigentlich nach wenig klingt, für eine Mitgliedschaft in einer renommierten und angesehenen Organisation eine spürbare Menge Geld waren.

Mir fehlt bei der medialen Einordnung dieser Dinge die Verhältnismäßigkeit. Ob amtierende Minister und Abgeordnete in krimineller Weise korrupt waren und z.T. anvertraute Steuergelder in Milliardenhöhe verschleudert haben (wie bei der Maskenprovisionsaffäre, dem Ankauf minderwertiger Masken aus China und deren Versuch sie an Behinderte weiterzureichen, dem Skandal um die Verjährung krimineller Cum-Ex-Geschäfte der Warburg-Bank, dem Mautdebakel von Scheuer usw.) und einem leicht aufgehübschten Lebenslauf einer Kanzlerkandidatin: da wird der falsche Eindruck erweckt, als ob das alles auf ethisch-moralischer Ebene dasselbe ist und sowieso alle Politiker Betrüger seien.

Ich sehe da einfach gravierende Unterschiede und es erinnert mich an den vorletzten US-Wahlkampf, den Hillary Clinton mutmaßlich v.a. wegen der sog. email-Affäre verloren hatte: Clintons "Verfehlung" bestand darin, dass sie dienstliche e-mails von einem privaten e-mail-Account verschickt hatte und dieser Fehler wurde von FoxNews derartig aufgebauscht, dass justiziable Lügen und Betrugsgeschichten von Trump dahinter für die oberflächlich informierte Öffentlichkeit zu verblassen schienen.
  Mit Zitat antworten