Zitat:
Zitat von Hafu
Von Biontech gibt es am heutigen Montag Morgen zumindest schonmal gute Nachrichten und die Ankündigung, an die EU im zweiten Quartal 75 Mio Impfdosen mehr als bestellt zu liefern, von denen immerhin 13 Mio Dosen mehr dann auch Deutschland zur Verfügung stehen.
Außerdem hat die neue Produktionsstätte in Marburg die Betriebszulassung erhalten und wird voraussichtlich schon im Februar den Betrieb aufnehmen. Das sind doch hoffnungsvolle Nachrichten.
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Das habe ich auch gelesen. Ja, dass sind gute Nachrichten.
Das was da beim Spiegel steht, heißt übersetzt aber auch:
"Wir haben versucht so viel wie möglich von dem Zeug zu verkaufen, hatten aber noch keine echte Vorstellung davon ob und wann wir in der Lage sind die zugesagten Mengen herzustellen und zu liefern. Wir hatten zwar nen Plan - aber wie das so is, kann der klappen oder halt auch nicht. Aktuell läuft es gut und es sieht gut aus, das wir sogar mehr liefern können als gedacht. Phuuu ... vor zwei Wochen sah das noch anders aus."
Zitat:
Zitat von Hafu
Ich halte es bei vernünftiger Ausgestaltung der Lieferverträge nicht nur für denkbar, dass die Hersteller bei deutlich größeren und v.a. früheren verbindlichen Bestellmengen, die Anpassungen ihrer Produktionskapazitäten, die sie jetzt gerade vornehmen, dann eben auch schon 4 Monate früher umgesetzt hätten.
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Was so schön als "Anpassung der Produktionskapazitäten" beschrieben wird klingt harmlos. Im Endeffekt ist das sehr wahrscheinlich ein völliger Umbau von streckenweise Reinraumbedingungen unter laufendem Betrieb. Marburg wurde sogar komplett umgebaut. Außerdem bedeutet das auch, Partnerunternehmen zu suchen, die ebenfalls ihre Anlagen Umbauen, ggf. andere Anlagen zurückbauen oder Investitionen in einen geplanten Start von anderen Produkten verschieben. Es ist ja nicht so, dass Hallen leer, Flächen ungenutzt und Produktionen still stehen. Im Partnernetzwerk hängen da Verträge dran.
Ich habe selbst mit einem Geschäftspartner zusammen ein produzierendes Unternehmen in der Chemiebranche. Ich weiß relativ gut, was es bedeutet Produktionskapazitäten "anzupassen" und die Produkte dann auch vom Hof zu kriegen. Ich spreche hier aber nicht von Reinraum und -70 Grad oder sowas. Ich spreche von "normaler" Nasschemie. Wir sind ebenfalls stark reguliert, dass ist aber kein Vergleich zur Herstellung von Medikamenten i.W.S. meine Frau baut in ihrem KH gerade das Zyto und Non-Tox Labor um ... was ich da mitkriege wie streng reguliert das alleine von der Anlagentechnik ist und wie komplex die Zulassungsverfahren sind ... da kann man nicht eben mal die "Produktionskapazitäten anpassen". Diese Labore (und in großem Maße auch dann die Produktionssätten) kannst du auch so für nichts anderes brauchen, da die Prozesse enorm aufwendig und teuer sind.
Ich habe höchste Zweifel, dass all diese Dinge in erforderlichem Umfang bereits vor 4 Monaten (das wäre ja Anfang Ende September/ Anfang Oktober gewesen) durchgeführt worden wären. Vorarbeiten (Gespräche) ja, sicher. Aber echte Investitionen und Vertragsverpflichtungen m.E. erst ab dem Zeitpunkt, ab dem klar war das die Zulassung kommt und das der Wettbewerb später dran ist.
