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Ich lasse meine Schwimmer immer Testweise die Sinkdowns-Absinkübung machen, also im Wasser auf der Stelle zusammenrollen und so weit ausatmen bis man absinkt. Ich denke an dem Punkt ist die Lunge schon ganz schön leer. Wer die Übung nicht hinbekommt oder sich damit schwer tut atmet auch beim normalen Schwimmen nicht weit und intensiv genug aus. Zur Strafe gibt es dann Unterwasser-Gesangsübungen und Schwimm-Mantras als Hausaufgabe. Man muss die Luft zwar nicht so weit rauslassen wie bei der Übung aber schon auf 20% runter (ohne Berücksichtigung dessen was man technisch nicht rausbekommt, man kann ja die Lunge nicht komplett zusammenfalten). Wer Blasinstrumente spielt (Ich kenns nur von Flöte) kann auch die Ausatemmenge die dort für das Atemmanagement ideal ist als Anhaltswert nehmen. Das Problem ist das beim Radfahren und Laufen die Luft beim Sport fast von alleine wieder rauskommt wenn man den Brustkorb entspannt, beim Schwimmen muss man für den gleichen Effekt schon sehr intensiv gegen den Wasserdruck arbeiten. Wenn man eine 2er-Atmung mit 60er Zugfrequenz schwimmt hat man ca. 1.5 Sekunden Zeit in der man diese Ausatem-Absink-Übung quasi mindestens fast hinbekommen muss.
Zur Mund-und-Nasen-Theorie. Ich habe mir nach der Ansicht eines Videos von Obree beim Radfahren hier in der Mediathek in allen 3 Sportarten angewöhnt durch Mund und Nase gemeinsam einzuatmen und nur durch den Mund alleine auszuatmen. Dadurch verringert sich das respiratorische Volumen weil im Nasenraum immer nur frische Luft ist die immer nur schrittweise nach innen gezogen wird, während man in Mund und Rachenraum weiterhin ein totes Volumen hat wo man nicht schafft alle alte Luft auszuatmen und erstmal ein bisschen alte Luft wieder reinziehen muss bevor frische nachkommt.
Außerdem kann man den Ausatemwiderstand erhöhen indem man Hamsterbacken macht und die Lippen quasi kussbereit spitzt. Dadurch erhöht sich der Partialdruck des Sauerstoffs in der Lunge (Also die Druckdifferenz die durch unterschiedliche Sauerstoffsättigung in den Lungenbläschen und den Kapillargefäßen existiert) und es wird mehr Sauerstoff aufgenommen. Diese Technik gelingt mir bei Rad und Lauf nur bei unterschwelligen Intensitäten und nicht länger als ne Viertelstunde am Stück, beim Schwimmen klappt es allerdings irgendwie intensitätsunabhängig sehr gut.
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