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Zitat von Schwarzfahrer
Solange es keine Schulpflicht gibt, sondern die Teilnahme auf Freiwilligkeit basiert (wovon ich besonders bei Behinderten ausgehe), ist dieser Beschluss völlig sinnvoll. Geistig Behinderte haben außerhalb der Schule sehr begrenzte Möglichkeiten zu sozialen Kontakten, unter Corona wären sie völlig isoliert. Sie können nicht so einfach selbständig Whatsappen, Telefonieren, Chatten, oder alleine einen Freund besuchen, und in Begleitung wird gleich die Zahl der Personen überschritten; auch wohnen sie weit verstreut, gerade weil Inklusion noch lange nicht Realität ist. Und für die Eltern ist die ganztägige Betreuung von behinderten Kindern häufig völlig unvereinbar mit jeglicher Home-office Tätigkeit, da sich die Mehrheit nur begrenzt alleine beschäftigen kann (außer vorm Fernseher geparkt zu werden). Übrigens: geistig Behinderte sind nicht "aufgrund ihrer Behinderung schon infektanfälliger". Es gibt zwar einen höheren Anteil von Risikopersonen unter ihnen, als in der Gesamtbevölkerung (z.B. haben Down-Kinder zum Teil Herzprobleme, die sie anfällig machen - diese bleiben möglicherweise auch öfter zu Hause), aber die Mehrheit ist körperlich völlig gesund.
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Hallo Schwarzfahrer,
aus meiner Sicht pauschalisierst du da einige Dinge, die sehr spezifisch sind und das Thema des Fadens vermutlich verfehlen. Das wäre das Thema Inklusion und Freizeitverhalten von Menschen mit geistiger Behinderung.
Ich gebe Dir völlig recht, wenn Du schreibst "geistig Behinderte sind nicht "aufgrund ihrer Behinderung schon infektanfälliger." Ich schrieb deswegen "sind oft auch..."
Rein medizinisch betrachtet, darauf stützt Du vermutlich mit deiner Aussage, nehme ich an, sind Menschen mit geistiger Behinderung nicht anfälliger für Infekte, bzw. halt nur welche mit entsprechend medizinischer Diagnose. Wir haben dann aber noch einen großen Anteil, der für pflegerische Begleitung Körpernähe braucht und daher wiederum infektanfälliger ist. Und dann haben wir nochmals eine Gruppe, die die Körpernähe braucht und sucht, weil sie von ihrer sozioemotionalen Entwicklung noch im ersten bis dritten Lebensjahr stecken. Diese tragen dann meist auch keine Masken und sind, was Hygieneregeln und -verhalten betrifft, unbedarft.
Dann kommt noch die Personengruppe dazu, die eben nicht daheim wohnen, sondern stationär. Diese sind alle morgen in der Schule.
Was meint ihr, wer hauptsächlich die Schülerschaft in einem SBBZ ist?
Hauptsächlich genau die aufgezählten Personenkreise, da die Schüler mit geringer geistiger Behinderung oder jene ohne Verhaltensauffälligkeiten meist in Inklusionsklassen sind oder in integrativen Projekten oder sogenannte Außenklassen besuchen.
Für diese treffen deine Argumente auch sehr gut zu. Sie sind allerdings morgen nicht am Start.
Für die meisten Schüler eines SBBZ stehen doch jetzt unmittelbar die Impfungen an. Hätte man da nicht noch abwarten können? Sind jetzt die zwei oder drei Wochen wirklich so wertvoll im Schuljahr?
Gerade befinden wir uns auf einer der Höhen der Pandemie. Die Politik will uns vermitteln, wir sollen/müssen Kontakte reduzieren. Da werden widersprüchliche Signale gesendet, aus meiner Sicht.
Was die Eltern anbelangt, da bin ich voll bei Dir und FinP, aber auch da hätte es andere Möglichkeiten gegeben. Corona ist ja nicht erst seit letzter Woche... Das wurde aber versäumt.