Zitat:
Zitat von qbz
Soweit ich das sehe, auf der Seite der Lebenshilfe Berlin, stellte diese die Angebote von sich aus ein, mit der Begründung:
"Viele Menschen mit Behinderung und Beeinträchtigung gehören zu den Risikogruppen, bei denen die Corona-Virus-Erkrankung kritisch verlaufen kann. Aus diesem Grund haben wir vorsorglich entschieden, folgende ausgewählte Angebote und Veranstaltungen eingeschränkt bzw. nicht stattfinden zu lassen."
Darunter fallen dann leider offenbar alle familienentlastenden Dienste, Freizeit. und Veranstaltungen wie Disco.
|
Genau: "vorsorglich entschieden" ist das Problem. Da in unserer Gesellschaft die Haftungsfrage immer weniger der Einzelperson zugetraut wird (Stichwort Eigenverantwortung), gehen solche Organisationen davon aus, daß ihnen die Eltern ggf. nicht sagen, daß ihr Kind ein Risiko hat, und dann fürchten sie Konsequenzen, wenn etwas passiert, darum machen sie lieber gar nichts. Wer nichts macht, macht keine Fehler

. Dabei könnte m.M.n. man weiterhin Angebote machen, mit dem Vermerk: wer sein Kind als Risikoperson sieht, soll eben nicht kommen.
Zitat:
Zitat von qbz
Meine Gedanken dazu wären für private Kontakte: Da Begleitpersonen dabei sein müssen, würde ich versuchen, offiziell mit dem Gesundheitsamt eine Ausnahme von der Haushalt-Kontaktobergrenze im Freien für private Kontakte zu besprechen.
|
Wäre ich bei der Lebenshilfe, würde ich das tun. Aber für die Lebenshilfe kann ich es nicht, und die Verantwortlichen dort trauen sich sowas bei der aktuellen Angst-Lage nicht.
Zitat:
Zitat von qbz
Oder einfach zu 4 mit MNS privat losziehen, wäre das einfachste und würde ich tun.
|
Das tun wir schon. Aber auch für 25-jährige geistig behinderte Jugendliche ist nun mal etwas ohne die Eltern unternehmen zu können etwas ganz anderes. Hättest Du als 18-jähriger es toll gefunden, dich mit Deinen Freunden immer in Begleitung der Eltern zu treffen?
War vielleicht nicht klar: es sind unsere Kinder, aber keine Kinder mehr, auch wenn sie den Betreuungsaufwand eines Erstklässlers beanspruchen.
Zitat:
Zitat von qbz
Eine ähnliche Regelung sollte die Lebenshilfe bei Kindern und Jugendlichen für die sozialpädagogischen Kinder- Jugendlichen Freizeit-Angebote anstreben. Sie muss das mit dem Gesundheitsamt vereinbaren, dann wäre einiges möglich, nach meiner Ansicht und Erfahrung.
|
Sowas wird kaum versucht, da herrscht zu viel Angst um die Verantwortlichkeit. Im Sommer hat die Lebenshilfe bis August gebraucht, um erste Angebote zu machen.
Zitat:
Zitat von qbz
Eine engagierte Journalistin der Lokalpresse für das Problem interessieren, die darüber berichtet und bei Widerstand der Behörden (oder Lebenshilfe?) bei den Entscheidungsträgern nachhakt. Vor allem auch längerfristig, da ja niemand sagen kann, wie es mit den Einschränkungen und Verordnungen weitergeht.
|
Das wird sicher der nötige Weg sein, sollte sich meine Befürchtung bewahrheiten, daß sich der Staat auf eine Dauerpanik einrichtet. Ich möchte aber noch optimist sein, daß es demnächst doch immer mehr Menschen einleuchtet, daß es sinnlos ist, in dauernder Angst zu leben.