Zitat:
Zitat von keko#
Er hatte keine direkte Forderung, soweit ich das beurteilen kann. Er möchte sich nur Gehör verschaffen.
Er hat keinen Schulabschluss, wurde zufällig Koch, dann Chefkoch. Ging voll in dem Beruf auf. War zunächst in Hamburg und hat meines Wissens jetzt ein schickes Lokal in Berlin. Ihm brechen wahrscheinlich die Einnahmen weg.
Im Zuge dieses Postings habe ich nochmal auf seiner Seite nachgeschaut und finde Links zu "Fachleuten", die behaupten, die Maßnahmen seien übertrieben usw. Also Richtung Verschwörungstheorie...
Ich bin mir nicht sicher, ob ich an seiner Stelle nicht auch auf die Demo gegangen wäre.
Natürlich kann man ihm argumentativ leicht das Handwerk legen. Aber was soll er tun? Eine Demo für Chefköche organisieren? Wenn 10 demonstrieren, interessiert das keinen. Sind es 10.000, wie willst du verhindern, dass ein paar Nazis ihre Fahnen schwenken?
Oder willst du ihn einfach abstempeln und aufgeben? Immerhin hat er Familie und wäre dann wirklich leichte Beute für rechte Fahnenschwenker.
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Niemand bestreitet, dass es logisch ist, dass Leute frustriert sind, dass es Existenzbedrohend sein kann (ich habe auch meinen Job verloren, glücklicherweise fließend etwas Neues gefunden, ich kann die Verzweiflung und Not durchaus nachvollziehen).
Trotzdem finde ich, wenn ich ernst genommen werden will, sollte ich vorher in der Lage sein zu erkennen, wer da auf die Straße geht. AfD, Identitäre, NPD, III Weg, Attila Hildmann, QAnon... das waren die Leute die teilweise unter dem Banner #sturmaufberlin für Samstag aufgerufen hatten. Da kann doch niemand hinterher ernsthaft erwarten, dass man sagt „klar, deine Sorgen hören wir uns in Ruhe an, dass da nazis dabei waren, konnte ja wirklich keiner mit rechnen...“