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Daniela Ryf fährt ja seit Jahren die Mittelfußposition bei den Cleats und hat damit in der Regel die besten Radzeiten.
Andererseits kenne ich keinen anderen von Sutton trainierten Athleten, der seine Cleats im Ryf-Stil montiert, was doch ein gewisser Hinweis ist, dass die Position nicht bei jedem so funktioniert.
Ansonsten fällt mir aus der Profiszene aktuell und in der Vergangenheit nur noch Eva Wutti und Jo Spindler ein, die mit ähnlicher Cleatposition unterwegs waren. Da beides aber eher B-Profis aus der sportlich zweiten Reihe waren, taugen sie nicht so gut wie Ryf als potenzielles Rollenmodell.
Ich würde vermuten, dass man mehr Profis mit deutlich ruckversetzten Cleats rumfahren sehen würde, wenn man messbar/ reproduzierbar schneller laufen könnte nach Fahren mit rückversetzten Cleats und damit reduzierter Belastung von Wadenmuskulatur und Achillessehne.
Ich hatte vor rund 10 Jahren mal etliche Monate mit einer Achillesssehnen-Entzüundung zu kämpfen und habe da irgendwann zur Entlastung der Sehnen (ergibt sich biomechanisch aus den Hebelgesetzen) ein Paar Radschuhe auch auf Mittelfußposition umgebaut. Nach ungefähr 2 Wochen Umgewöhnung konnte ich mit diesen Radschuhen dieselben Wattwerte treten, wie mit der alten Cleatposition. Allerdings fühlte sich Sprinten und Wiegetritt nie richtig gut an.
Als dann irgendwann die Achillessehnenproblematik ausgestanden war, bin ich wieder auf die alten Radschuhe mit klassischer Position zurückgewechselt, hauptsächlich deshalb weil ich vor der Verletzung jahrelang gut und problemlos auf dem Rad unterwegs war und ich auch nicht die Position auf allen gefahrenen Rädern verändern wollte.
Fazit (gefärbt mit persönlicher Erfahrung): grundsätzlich funktioniert die Position und man hat damit (nach Gewöhnung) keine messbaren Leistungseinbußen. Biomechanische Vorteile in Bezug auf den Energieverbrauch bzw. auf messbare Verbesserungen der Laufgeschwindigkeit scheinen aber schwierig bis nicht herauszuarbeiten sein, denn sonst würde man bei aktuellen Topprofis, die in der Regel über entsprechende Beratung und sportmedizinische Betreuung verfügen, wohl häufiger sehen.
Für Triathleten mit einschlägiger Achillessehnenproblematik würde ich es aber zur Belastungsmodifikation der Sehen weiterhin durchaus empfehlen.
Geändert von Hafu (10.08.2020 um 08:29 Uhr).
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