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Seit Beginn meiner Triathlon-Karriere 2012 starte ich jedes Jahr in Hamburg. Jedermann-Distanz. In meiner Heimat-Stadt. Mit vielen Freunden und meiner Familie. Und vor allem wegen der grandiosen Stimmung. Die Serie soll natürlich halten. Wegen der Serie. Und weil ich endlich wieder nervös an einer Startlinie stehen möchte. Aber ich vermute, die Serie wird reißen. Zumindest bin ich hin und her gerissen.
Warum?
Das hat wenig mit düsterer Zukunftsprognose zu tun. Eher mit einem schlechten Bauchgefühl. Wir wissen alle, dass das Chaos vor allem in den Super-Spreader-Events einen Ursprung hat. Champions League in Mailand. Ischgl. Karneval. Und wir schimpfen darüber. Wie man nur so nachlässig sein konnte.
Und nun wollen wir inkl. Zuschauer wieder mehrere 100 Tausend Leute an einem Ort zusammenbringen? Ja, mit Hygiene-Konzept. Ja, mit Verhaltensregeln. Ich kann mich damit einfach nicht anfreunden. Es fühlt sich fast egoistisch an. Wenn meine Lieben nun in einen zweiten Lockdown müssten, nur weil ich unbedingt meiner Leidenschaft nachgehen wollte. Ganz schön viel Verantwortung, oder?
Ist ein möglicher Gemeinnutzen nicht in der wirtschaftlichen Notwendigkeit zu finden? Damit Ausrichter, Beteiligte etc. überleben können? Vielleicht. Es ist zumindest ein gewichtiges Argument. Stand jetzt würde ich lieber spenden. Ich verliere ja nichts. Außer einer guten Stunde Spaß. Die hole ich mir schon noch wieder. Woanders oder im nächsten Jahr an gleicher Stelle.
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