Die ersten Schritte bieten gleich das gewohnte Koppelgefühl, Matschbeine pur.
Ich bereue die gedämften aber auch leichteren und wackligeren Nike angezogen zu haben. Das war dämlich. Ich will versuchen möglichst lange einen 7er Schnitt zu laufen. Anfangs klappt es noch, extrem zäh, aber die Strecke ist zu Beginn auch etwas hügelig, leichte Hoffnung.
Nach der Neckarquerung geht es in die Sonne. Eigentlich schnuckelige 21 Grad, das wäre in Roth sonst ein Traum, aber die ungewohnten Sonnenstrahlen stechen doch recht intensiv. Das mag meine MS nicht. In der Kühle ist sie wesentlich abwesender. Ich merke, dass ich mich verkalkuliert habe, bei dem Umweg über die Felder sind es 9 km bis ich Herzblatt treffe. Ich verglühe, Zuckerrast(obwohl ich ein Gel dabei hatte und hätte nehmen können), Durst, Motivation verflüchtet sich. Bei Herzblatt kann ich nichts trinken, ein oft schon erlebtes Phänomen. Abwärtsspirale. Der Anfang vom Ende

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Ich nehme jetzt wenigstens ein Gel. Der Zucker wirkt. Ich trabe entlang des Neckars weiter. Herzblatt will im nächsten Ort bei ca. km 15 auf mich warten. Immerhin gibt es hier auch schattige Passagen, eine meine liebsten Trainingsstrecken, klasse Ausblicke. Nur für die habe ich jetzt keinen Nerv. Ich merke, dass es immer zäher wird, alles schmerzt oder blockiert muskulär. Es dauert ewig. Ich werde immer langsamer, unlustiger, bereue die Schnapsidee, verzweifle. Noch zu Herzblatt.
Ich treffe sie, nehme ein Gel, trinke fast nichts, geht immer noch nicht. Trabe weiter. Will mich nicht mehr allzu weit von unserem Auto und Rettungsanker entfernen. Mittlerweile muss ich auch auf den Kreislauf aufpassen.
Am Dorfbrunnen wässere ich mich mit kaltem Wasser, hilft etwas, doch nicht lange. Ich komme kaum noch voran, will aufhören, mag nicht mehr. Bis km 20, bis zur HM-Marke, es ist so furchtbar zäh. Ich kann nicht mehr, aus und vorbei. Mein erstes DNF ist mir egal. Ich gehe zum Auto.