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Alt 02.12.2019, 19:45   #15578
ziel
Szenekenner
 
Registriert seit: 01.02.2009
Ort: Nordschwarzwald
Beiträge: 417
Zitat:
Zitat von Jörn Beitrag anzeigen
Arne über das Entstehen von Raubtieren und Pflanzenfressern, einerseits...



...und andererseits die Dankbarkeit eines Gläubigen:



Beides sind erstmal legitime Betrachtungen dessen, was wir in der Welt und in unserem eigenen Leben vorfinden.

Das erste Zitat blickt über den eigenen Tellerrand hinaus. Das zweite Zitat bezieht sich ausdrücklich nur auf den eigenen Tellerrand, auf die eigene Empfindung. Dieser unterschiedliche Fokus ist hier natürlich reiner Zufall, denn immerhin antworten die zwei Posting auf unterschiedliche Fragen. Dennoch finde ich den Fokus interessant.

Das erste Zitat verwendet einen engen Fokus und betrachtet die Bestandteile einer Zelle. Es benötigt jedoch keinen bestimmten Fokus. Es hätte Bestand, egal wie weit man noch in die Details hinein zoomt, oder wie weit man die Linse öffnet und die größeren Zusammenhänge betrachtet. Das zweite Zitat benötigt jedoch den engen Fokus, es funktioniert nur dort. Sobald man hinein oder heraus zoomt, bricht es zusammen.

Beispielsweise: Es ist sicherlich sympathisch, mir gegenüber die große Dankbarkeit über Gottes Güte zu bekunden. Ich kann das akzeptieren. Aber funktioniert es auch in einem Kinderkrankenhaus? Wer kleinen kranken Kindern von der großen Güte Gottes erzählt, und von der eigenen Dankbarkeit schwärmt, muss dies schon sehr geschickt einfädeln, um nicht als zynisch zu gelten. Sobald man also den Fokus von der eigenen Glückseligkeit etwas erweitert und auf die nähere Umgebung blickt, bricht es zusammen.

Auch wenn man den Fokus enger stellt, ergeben sich Probleme. Wer hat die Viren geschaffen, an denen Kinder erkranken? Für Gläubige kommt hier nur Gott infrage. Dies hat nicht das Geringste zu tun mit der theologischen Nebelkerze von der "gefallenen Schöpfung". Wenn die Schöpfung gefallen wäre, dann gäbe es trotzdem keine Viren. Gott muss diese Viren absichtlich konstruiert haben. Und mit unserem engen Fokus finden wir heraus, dass es Viren gibt, die ausschließlich kleine Kinder befallen können. Die feige Bösartigkeit einer solchen Konstruktion ist offensichtlich.

Gläubigkeit funktioniert nur dort, wo der Fokus sorgfältig justiert wird, sodass man weder das "große Ganze" zu betrachten braucht, noch die hässlichen Details zur Kenntnis nehmen muss. Im Gottesdienst wird peinlich darauf geachtet, dass zwar nebulös für den Frieden gebetet wird, aber nicht dafür, dass einem verunglückten Kind ein verlorenes Bein nachwächst. Denn jeder weiß, dass dann die ganze Zaubershow auffliegt.

Eine Weltanschauung, die nur auf einer sorgfältig präparierten Bühne funktioniert, ist höchstwahrscheinlich eine Täuschung. Aber mir geht es weniger darum, dass sie eine Täuschung ist, als dass sie unmoralisch ist. Es gelingt ihr nicht, über den Tellerrand hinaus zu blicken. Moral findet jedoch statt jenseits des eigenen Tellerrands.
Danke Jörn, das Du das Ansprichst,
aber das ist wie Du schon immer so schön schreibst. Ein Strohmann argument.
Du hast einfach keine emphatie gegenüber Gläubigen!

Mit deinen Krebsgeschichten kannst Du schön stimmung Machen.
Funktioniert aber nicht bei mir.

Ich bin gerettet worden, im wörtlichen Sinne...

Ich kann mitreden wenn es über Tod geht. Wenn Du alleine im Krankenhaus liegstr,
und du nicht weißt, wie es ausgeht.
Wenn Du nichts mehr Essen kannst.
Und du nicht weißt, ob du Speißenröhren Krebs hast.

Da kann ich als erretteter Christ sagen, ja ich habe der hässlichen fratze des Todes ins Auge geblickt. Ich war Hilflos verzweifelt und am Ende.

Und das kann ich jeder verzweifelten Mutter bzw. sterbenden Kind, mit tiefer Liebe versuchen zu erklären.
Und ich weiß wo von ich Rede.
Nur zur Info.

Es sind oftmals Gläubige, die einem in so einer Situation wirklich helfen.
Wenn Ärzte nicht mehr weiterwissen.
Also zieht dein Argument überhaupt nicht.
Gruß Martin
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