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Alt 08.11.2019, 09:35   #15024
Jörn
Esst mehr Gemüse
 
Benutzerbild von Jörn
 
Registriert seit: 22.09.2006
Beiträge: 3.499
Ist es nicht erstaunlich, dass von der gläubigen Fraktion jede Reaktion und jedes Interesse ausbleibt, wenn Klugschnacker die wichtigste und beste Rede von Jesus Christus postet, unserem Herrn und Erlöser, dem Schöpfer des Weltalls?

Selbst wenn man annehmen würde, Jesus sei einfach ein besonders guter Mensch gewesen, der von Gott in besonderer Weise ausgezeichnet worden ist, müsste doch gerade seine Botschaft auf irgendein Interesse stoßen? Aber das ist nicht der Fall.
Kleine Anekdote: Ich war neulich auf einem Konzert von Chris de Burgh, den die Älteren von Euch noch aus den 80ern kennen. Als er in einem Song vom Frieden und vom Wahnsinn der Kriege sang, applaudierten die Frankfurter mitten im Song. Anfangs war es ein kurzer Szenen-Applaus, doch dann standen die ersten Leute auf, und binnen ein paar Sekunden stand der ganze Saal und applaudierte. Der Applaus dauerte Minuten, sodass die Band den Song unterbrechen musste. So sehr waren die Menschen bewegt vom Text des Songs.

Ähnliche Szenen spielen sich ab wenn Reinhard Mey singt: "Nein, meine Söhne geb ich nicht". Es bewegt die Menschen tief, und sie haben den Wunsch, dies zu äußern.
Nichts davon trifft zu auf die Bergpredigt. Die Leute zucken mit den Schultern. Dabei wird von den Kirchen stets behauptet, dass die Botschaft von Jesus Christus so neu, so umwälzend, so hoffnungsvoll und so mitreißend war, dass sie sich über den ganzen Erdball verbreitete. Selbst die plattfüßigen Römer verstanden es intuitiv und brachten Jesus deswegen um. Sie begriffen, dass allein seine Worte imstande waren, ein Weltreich zum Einsturz zu bringen. So grandios war seine Rede.

Wirklich?

Die Bergpredigt ist vor allem eins: ungebildet. Ungebildet gemessen an dem, was ein Gott wissen könnte, und gemessen an dem, was heute ein gebildeter Mensch weiß. Wenn jemand aus dem Forum die Chance hätte, den Menschen aus dem Jahre 30 ein paar Tipps zu geben, dann würde sich niemand von uns aufhalten mit Faseleien wie "Ihr seid das Salz". Ihr würdet nicht ein Viertel der Rede darauf verschwenden, ob die Leute schwören oder heiraten.

Es gibt eine bestimmte Kategorie von Wissen, welches die Menschheit als Ganzes tangiert und voranbringt. Etwa Medizin. Eine gerechte Staatsform. Ein faires Rechtssystem. Basiswissen über Hygiene. Grundzüge der Versorgung mit Wasser und Energie. Erkenntnisse über eine zuverlässige Landwirtschaft. -- All diese Dinge wären im Jahre 30 bitte nötig gewesen (und in den folgenden tausend Jahren). Nichts davon erwähnte Jesus. Stattdessen hält er sich auf mit Phrasen. Kein Wunder, dass die Bergpredigt nie irgendwelche realen Auswirkungen entfaltete.

Die Zuhörer der Bergpredigt waren angeblich arme Leute, die ihr Wasser aus einem einzigen Dorfbrunnen holten, und die in den kargen Hügeln Israels eine ebenso karge Landwirtschaft betrieben. Zudem wurden sie reihum von den Ägyptern, Babylonern und Römern überfallen und ausgebeutet. Was Jesus über das Schwören dachte, konnte ihnen herzlich egal sein. Sie hatten ganz andere Probleme. Jesus war nicht imstande, das zu begreifen.

Man beachte auch den Fanatismus der Rede. Seinen eigenen Untertanen (man könnte auch sagen: Sklaven) aufzutragen, sie sollten sich lieber selbst verstümmeln als eins der läppischen Gesetze zu brechen, ist monströs. Es fällt in der Bibel nicht weiter auf, weil die Bibel übervoll ist von Monstrositäten. Diese Art von Schwarz-Weiß-Denken ist ein psychischer Defekt. Jede noch so üble Sklavenhalter würde seinen Sklaven davon abhalten, sich ein Auge auszureißen, wenn er gegen ein Gebot verstoßen hätte. Es hat weniger mit "Moral" zu tun als vielmehr mit Dummheit.

Man vergleiche die Bergpredigt mit der Verkündung der Menschenrechte. Der Unterschied an Moral, Wissen, Gerechtigkeit, Menschlichkeit und Weisheit könnte nicht größer sein.
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