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triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum - Einzelnen Beitrag anzeigen - "Überaltert, teuer, langweilig": Triathlon schrumpft?
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Alt 31.07.2019, 19:21   #83
Nilspein
Szenekenner
 
Registriert seit: 04.04.2015
Beiträge: 51
Ich mache seit 1987 Triathlon, immer in Vereinen. In jungen Jahren nur Sprint und Kurzdistanz, mit zunehmenden Alter nahm die Distanz zu, bis zur LD seit ein paar Jahren.

Was ich am Sport liebe, ist die Freiheit. Man kann einfach trainieren wie man will, Dinge ausprobieren oder mal völlig unvorbereitet in einen Wettkampf gehen, who cares. So kann man sich kennen lernen, man quält sich nur freiwillig und nur, weil man es selber so will - oder eben auch nicht. Erfolg und Mißerfolg gehen ausschließlich an die eigene Adresse. Dazu - jedenfalls früher - auch ein bißchen Freestyle auf Dorfwettkämpfen, Abenteuer statt Vollkaskoschutz und Eigenverantwortung, hat den Charakter geprägt. Auch Sportsmanship, Fairness, Toleranz kann man ganz prima mit dem Sport leben und erlernen.

Einiges davon ist mit den Jahren und der Professionalisierung/Kommerzialisierung natürlich verloren gegangen, vieles ist aber auch besser geworden.

Ich würde mich bspw. nie an meine el. Helfer versklaven und nur noch nach HF, Watt oder Laufeffizienz und Bodenkontaktzeiten trainieren; aber es ist doch schön, dass man das jetzt alles machen kann und wer will, der tut es eben. Ich habe mich dagegen entschieden, weil ich nach Lust und Laune trainiere und die letzten 15min Zielzeit auf der LD für mich nicht relevant sind. Ich finde es aber gut, dass es auch andere gibt, die das akribisch jeden Tag auswerten und posten, manchmal lernt man ja auch etwas daraus.

In den Vereinen, in denen ich war/ bin war immer alles möglich, aber ich beobachte schon auch, dass man stärker genötigt wird, sich an LigaWK zu beteiligen oder dass Strafzahlungen fällig werden, wenn man nicht x Stunden Vereinsarbeit pro Jahr macht. Man muss aber für diesen Sport nicht im Verein sein, den Startpass bekommt man auch auf anderem Wege.

Meine Beobachtung: die Jugend kann mit dieser Freiheit nicht unbedingt etwas anfangen, das Natur- und Sporterlebnis an sich ist dabei auch nicht mehr so im Vordergrund, so wie auch das physische Treffen immer mehr dem Chat oder digitalen "Verabreden" zum Gamen weicht. Triathleten waren früher coole Typen die einen verrückten Sport gemacht haben, da wollte ich dazu gehören.Das zieht nicht mehr so ganz, weil sich Triathlon von einer Nischen- zu einer zumindest breit bekannten Life-Style Sportart gewandelt hat, was ja auch positiv ist (mediale Wahrnehmung, Profitum, Veranstaltungen weltweit, quasi unbegrenzte Materialauswahl etc.).

Deswegen meine These: der Zenit könnte bald überschritten sein, weil in den älteren AKs mehr Leute aufhören, als Junge nachrücken. Und wenn der Schub durch die Deutschen Sympathieträger auf der LD mal nachlässt oder die Startgelder bei IM bald flächendeckend 1000 EUR sprengen, weil die Gewinne einbrechen, dann wird es eng.
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