|
Ich denke weder Demografie noch Anteil mit Migrationshintergrund spielen da eine großartige Rolle.
Für mich als Außenstehenden war Triathlon eigentlich immer ein Sport, wo es darum ging, sich etwas zu beweisen. Außerdem hat sich im Laufe der Zeit auch eine gewisse ich nenne es mal "Selbstdarstellungskomponente" entwickelt.
Beide Anreize wurden aber über die vielleicht letzten 10 Jahre einfach geringer. Wenn gefühlt jeder Midlife-Crisis geplagte "Herr" Triathlon macht, dann ist das für Jüngere einfach nicht mehr so interessant. Wenn der 17-Jährige stolz seiner Freundin berichtet, er mache jetzt Triathlon und sie antwortet, "Cool, mein Papi hat vorletzte Woche auch seinen vierten IM gefinished", dann hat das für die jüngere Generation nicht mehr viel von "sich etwas beweisen".
Dazu kommt, dass in Zeiten von Action-Cams und Youtube die Selbstdarstellung eine ganz andere geworden ist. Früher hat man erzählt, was man tolles gemacht hat, evtl. mal ein Bild gezeigt und dafür dann Bewunderung geerntet.
Heute wird gefilmt und alles soll möglichst spektakulär aussehen. Da kommt es natürlich besser an, wenn man eine halsbrecherische Downhill-Fahrt aufbieten kann, coole Moves beim Parkours, tolle Landschaften beim Klettern, etc.
All das bietet Triathlon nicht. Das ist im Vergleich todlangweilig. Entsprechend verschiebt sich da der Anreiz gerade für die Jüngeren.
EDIT
Noch eine kleine Ergänzung:
Die breite Masse übt Triathlon wahrscheinlich nicht in Vereinen aus, sondern nur für sich, evtl. trifft man sich mit Gleichgesinnten zum Training. Das hat man so in kaum einer anderen Sportart, wenn man an Wettkämpfen teilnimmt. Der Leichtathlet, der nur alleine trainiert und dann zur regionalen Meisterschaft fährt? Undenkbar. Bei den meisten Sportarten ist der erste Schritt der Verein und dann irgendwann kommen Wettkämpfe, wenn man gut genug ist. Beim Triathlon ist es eher umgekehrt, da probiert man erstmal selbst und wenn man dann Ambitionen hat, entschließt man sich evtl. dafür, in einen Verein zu gehen.
Wenn nun die breite Masse nicht in Vereinen eingebunden ist, dann fehlt auch eine gewisse Bindung, die daraus entsteht. Es kennen sicher viele, dass es irgendwann auch mal nicht so läuft, evtl. sich auch die Prioritäten verschieben, etc. Jemand, der nicht in einem Verein ist, schmeißt dann schneller hin als jemand, der auch ein gewisses soziales Umfeld durch den Sport hat, sich evtl. auch dem Verein ggü. verpflichtet fühlt, usw.
Das heißt, durch diese Strukturen verändern sich die Zahlen der Ausübenden u.U. schneller als in anderen Sportarten, da einfach weniger Bindung besteht und man einfacher ohne Folgen aussteigen kann.
Geändert von Otscho (31.07.2019 um 12:50 Uhr).
|