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Zitat von Hafu
Fehlende Stars im Sinne von Rollenvorbilder sind sicherlich ein Problem in den USA, so wie sie ja in Deutschland auch in den vergangenen 20 Jahren im Laufsport und im Radsport gefehlt haben, wo die Mitgliederzahlen seit Jahren schwinden.
Im Radsport sind ja auch die Nachwuchsrennen zunehmend ausgestorben. Für die deutschen Meisterschaften im Radsport fand sich dieses Jahr kaum noch ein Ausrichter, so wie auch diverse Innenstadtkriterien, die es früher in jeder Stadt gab, immer mehr verschwunden sind.
Der 4. Tour-Platz von Buchmann wird alleine noch nicht reichen, diesen Trend umzukehren, könnte aber für den Radsport trotzdem ein erstes positives Zeichen sein.
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Hallo Hafu,
ich glaube, dass der Rückgang der Rennen im Radsport bzw. die Nachwuchsprobleme durchaus vielschichtiger sind und nicht nur an fehlenden Vorbildern liegt. Insofern wird Buchmann daran nichts ändern
Abgesehen davon wird Buchmann auch nie die Tour gewinnen, dafür fehlt ihm leider wohl das Talent, im Vergleich zu Bernal oder einem Evenepoel, der sicherlich in den nächsten Jahren die Tour ebenfalls aufmischen wird. Und ein vanderPoel ist in meinen Augen zu allem fähig, wenn er mal entschieden hat, ob er im Geländer oder auf der Straße fahren will. Kämna ist der kommende deutsche Rundfahrer.
Meiner Meinung nach gab es in den letzten Jahren genug potentielle Vorbilder: Degenkolb, Martin, Kittel. Natürlich sind diese potentiell keine Rundfahrtsiegkandidaten, deswegen taugen sie nicht dazu, von Teilen der Medien als Ikonen stilisiert zu werden. Dies liegt aber letztlich daran, dass in den Mainstream-Medien ein erfolgreicher Radsportler nur der ist, der bei der Tour vorne fährt. Radsport auf die Tour zu reduzieren, wird dem Sport nicht gerecht, ist aber Massenkompatibel.
Viele Radsportarten leiden darunter, dass sich in vielen Regionen im Nachwuchs mittlerweile alles, aber auch wirklich alles nur noch um Fussball dreht. Dir fehlen die Übungsleiter, Du bekommst keine lokalen Sponsoren usw. Gerade daran kann man gut ermessen, das Deutschland eben kein Radsportland ist, wie z.B. Frankreich oder Belgien.
Radsport ist teuer. Dies gilt natürlich auch für den Triathlon. Ich behaupte aber mal, dass viele "Jung-" Triathleten Kinder von Triathleten sind und da herrscht sicherlich ein ganz anderes Bewusstsein über die Kostenkomponente der Sportart vor, als bei Eltern, die damit noch nie etwas zu hatten. Insofern erleichtert das Kindern nicht den Einstieg in den Radsport.
Fast der wichtigste Punkte bzgl. der Rennen ist aber, dass deren Durchführung auf Grund der Genehmigungs- und Vorschriftenlage, gerade für kleine Vereine, immer schwieriger bis unmöglich wird. Das gilt natürlich auch für Triathlon-Veranstaltungen. Aus der Historie heraus gab es aber natürlich viel mehr Radrennen, insofern ist das "sterben" dort vielleicht auffälliger.