Drei Wettkämpfe in fünf Tagen - das erlebe ich auch nicht jede Woche. Umso mehr Spass hat es gemacht körperlich möglichst nah an die Grenzen zu gehen, sowohl in der jeweiligen Einzelbelastung als auch über die gesamte Woche hinweg gesehen.
Mittwoch - Stadtzürcher Seeüberquerung
Zürichsee, 15 Uhr, ich gegen die längste Open Water Einheit, die ich bisher gemacht haben werde. Ich stand dort, wo am frühen Morgen des 21. Juli 2019 zum letzten Mal der Ironman Zürich starten wird. Ein bisschen weniger episch gestaltete sich die Seeüberquerung, ein Volksfest mit rund 9'000 Schwimmern. Nach dem Warm-Up reihte ich mich in der ersten Startreihe ein. Eine Startgruppe von 800 Leuten versprach im mittleren und hinteren Teil eine wüste Schlägerei, aber das gibts wohl eher bei Triathlons als bei Volksschwimmen.

Mit dem Startschuss machte ich mich auf und fand sofort ein paar Füsse, an welchen ich mich die ersten 300m anhängen konnte. Anschliessend musste ich abreissen lassen und schwamm mein eigenes Ding. Ich kam ziemlich gut in einen Flow und wenn die Maschine läuft, dann läuft sie. Meine Open Water Erfahrung ist ja äusserst bescheiden, umso begeisterter war ich, dass ich die Orientierung nie wirklich verlor. Mit einem Umweg von rund 100m kam ich dann mit 1.6km in rund 32min ins Ziel. Pace ist ganz ok, ein bisschen schneller wäre gegangen. Aber es folgen ja noch zwei Wettkämpfe in derselben Woche...
Donnerstag - B2Run Zürich
Zürich, 18 Uhr, ich gegen meine Zielpace (Sub5) und meine Arbeitskollegen

So wie ich in den Wettkampf startete, nämlich mit sehr sehr kurzfristiger Anreise (10min vor Start), legen wir auch hier im Rennbericht los. Wenn sich allerlei Personen zum gemeinsamen Laufevent treffen, wird traditionell zu schnell losgelaufen. Das war mir heute aber ganz Recht, weil ich auf der anspruchsvollen und coupierten Strecke eine Sub5 Pace laufen wollte. Ich wusste also, dass ich sicher mit ~4:30min/km anlaufen musste, um die knackigen Anstiege kompensieren zu können. Die ersten 3km waren relativ flach und glücklicherweise oft im Schatten. Anschliessend die erste kurze Rampe. Hier wurde jeder Läufer geradewegs aus seinem Rhythmus geworfen. Das mag ich normalerweise auch nicht

Auf dem Weg nach oben aber zahlreiche Mitbewerber eingesammelt und Kräfte gut eingeteilt. Den langen Anstieg (ca. 100hm) dann ebenfalls hochgekämpft. Der Puls eskalierte sich zwischenzeitlich bei >180bpm. Zum Schluss dann ein mittellanges Bergabstück ins Ziel. Dort habe ich viel verschenkt, weil ich irgendwie einfach nicht "laufen lassen" kann... daran werde ich arbeiten. Mit 4:59min/km im Schnitt das persönliche Ziel erreicht und firmenintern sogar auf dem Treppchen (3. Rang) gelandet.
Sonntag - Sempachersee Triathlon (0.5/20/5)
Zum Wochenabschluss stand noch ein Sprintwettkampf an. Ein Sommergewitter, das Seinesgleichen sucht, hat mich bereits gegen 04:00 Uhr aus dem Schlaf gerissen. Nicht so schlimm, denn eine Stunde später musste ich eh schon los. Ich fürchtete noch um den Schwimmpart, dachte das gäbe aufgrund der Wetterlage bestimmt einen Duathlon.

Am Wettkampfort angekommen, wurde aber sofort mitgeteilt, dass das Schwimmen stattfindet und Neoverbot herrscht. Tiptop. Als ungefähr Zwanzigster Teilnehmer startete ich beim Intervallstart. Im Schwimmen machte ich sofort ein paar Plätze gut, aber meine Arme fühlten sich extrem kraftlos an. Auf dem langen Weg in T1 sah ich aber eine 1:40min/100m Pace stehen, mega geil. Mit dem Rad sofort Druck gemacht, aber auch hier gefühlt "stehen geblieben". Hätte ich mal das Streckenprofil genauer angesehen. Statt flache Runden, standen zwei Runden an, jeweils mit einem Anstieg (5km) und der entsprechenden Abfahrt (5km). Im Schnitt 229W NP gedrückt, für meine Verhältnisse sehr ordentlich. Den abschliessenden Lauf, leider sehr verwinkelt, mit 5er-Pace durchgezogen (@Mirko: nach 20km geht's schon offenbar

). Mit den Splitzeiten bin ich mehr als happy, aber als 34./52. natürlich nicht. Dachte schon, dass dies in der "Experience"-Kategorie für die erste Hälfte reichen sollte. Naja, heulen bringt nix. Jetzt geht's wieder ins Training. In den baldigen Sommerferien werde ich einen Laufblock machen.
Ab dem 22.07. geht's dann mit der Vorbereitung für meine erste
OD in Hüttwilen los.