Zitat:
Zitat von KalleMalle
Vielleicht könntest Du nochmal kurz zusammenfassen, welche Werte dem Christentum zugeordnet sind.
Dann wird vermutlich auch schnell Einigkeit darüber herrschen, daß (das moderne) Europa damit nichts zu tun hat.
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Die Monarchen rechtfertigten ihren absoluten Machtanspruch (Absolutismus) mit dem Gottesgnadentum, mit dem ebenfalls die Kirchen ihre Macht legitimierten. Beide stritten, bekriegten sich jeweils um die Reihenfolge bzw. Unter-, Nebenordnung etc.
„Jeder leiste den Trägern der staatlichen Gewalt den schuldigen Gehorsam. Denn es gibt keine staatliche Gewalt, die nicht von Gott stammt; jede ist von Gott eingesetzt... Deshalb ist es notwendig, Gehorsam zu leisten, nicht allein aus Furcht vor der Strafe, sondern vor allem um des Gewissens willen.“ (Paulus im Römerbrief)
Unsere heutigen Staaten beruhen stattdessen auf Gedanken von Hobbes (im Leviathan) einem atheistischen Materialisten, Locke, Montesqieu und Rousseau, wo der Staat auf einen Gesellschaftsvertrag gründet.
"Für Rousseau konnte die alleinige Grundlage legitimer politischer Macht nur der allgemeine Wille (volonté générale) sein (der immer auf das Gemeinwohl abzielt) und keinesfalls im Gottesgnadentum bestehen. Der Einfluss dieses Werkes auf die Französische Revolution kann kaum geleugnet werden, ist er später doch beispielsweise im radikalen Denken Maximilien de Robespierres deutlich erkennbar. Späterhin nahmen Soziologie, Rechts- und Politische Philosophie viele seiner Fragestellungen auf"
Leviathan_(Thomas_Hobbes)
Vom Gesellschaftsvertrag oder Prinzipien des Staatsrechtes