Zitat:
Zitat von Klugschnacker
Ich bin da eher skeptisch.[...] Dem müssten substantielle Vorteile gegenüberstehen. Ist das der Fall?

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Ich kann deine Skepsis gut nachvollziehen, mir stellt sich bei meinen Überlegungen auch an vielen Stellen die Frage: Kann das so funktionieren?
Was das "Zustimmungsgeschachere" betrifft, so denke ich allerdings, dass gibt es jetzt auch. Es findet in Sondierungen und Koalitionsverträgen statt oder in einzelnen Abstimmungen - da wird zw. Fraktionen geschachert oder gar zwischen den Ländern im Bundesrat. Du hast aber recht finde ich, wenn dich das unwohl zurück lässt. Das Geschachere wäre möglicherweise "direkter" und "krasser" - zumindest gefühlt. Ob es einen Unterschied machen würde? ICh weiß es nicht. Parteiengesetze würde man ja nicht mehr brauchen - es gäbe ja keine Parteien mehr.
Den Vorteile, den ich mir erhoffen würde, wäre, das intelligente Menschen in der Politik nicht mehr durch Parteipositionen gehindert wären z.B. Unbequemes oder etwa nicht Parteilinienkonformes auszusprechen. Tun sie das heute, machen sie keine Karriere in der Partei mehr und werden ggf. öffentlich als "Verräter" an den Idealen der Partei an den Pranger gestellt. Auch würde ich mir erhoffen, dass es keine Partaisozialisierung mehr gäbe. Sahara Wagenknecht ist aktuell so ein Fall. Insgesamt denke ich, es würde der freien politischen Meinungsbildung, Äusserung und Zustimmung/Umsetzung sehr gut tun.
Ich würde mir auch erhoffen, dass man in dem Zuge das Wahlsystem anpassen müsste/könnte. Ich bin der Meinung, dass z.B. der Bundestag zu groß ist. Die Hälfte (bildlich gesprochen) würden reichen finde ich. Ohne Parteien könnte man diese Zweitstimme weglassen und es gäbe nur noch eine Stimme. Überhangmandate und Ausgleichsmandate würden dann der Vergangenheit angehören. Verhältniswahlrecht ja eben auch. Jeder Wahlkreis könnte dann z.B. seinen Vertreter in den Bundestag senden - aber halt auch nur den.
Wie gesagt: Ich habe keine Ergebnisse des "Denkens" bisher. Ich habe einerseits auch Bedenken, wie das und ob genau gehen könnte - mir fehlt da einfach das Wissen zu Staatstheorieen usw. Ich habe aber auch das Gefühl, als wäre der Ansatz (ohne Parteien) so interessant, dass es sich lohnt hinzuhirnen.
