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Alt 20.11.2018, 16:26   #102
noam
Szenekenner
 
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Registriert seit: 04.04.2010
Ort: Ostfriesland
Beiträge: 5.114
Jagdhunde sind eben wie auch Dienst- oder Hütehunde Gebrauchshunde im eigentlichen Sinn. Sie werden gebraucht damit der Mensch es einfacher hat. Hierzu ist eine entsprechende genetische Veranlagung aber auch Erziehung / Ausbildung notwendig.

Ich komme ja nun aus dem Schutzhundesport und kenne mich daher mit diesen besser aus als mit jagdlich geführten Hunden. Im Schutzhundesport, der sich ja nun traditionell an den Diensthundebereich anlehnt aber mittlerweile sehr anders ist, braucht man Hunde, die eine gewisse Aggression und Dominanz mitbringen. Entsprechend sind diese Hunde immer bestrebt ihre Position im heimischen Rudel zu verbessern und stellen die "Führungsposition" des Menschen regelmäßig in Frage. So muss man in der Erziehung / Ausbildung entsprechend konsequent sein und dem Hund klar zeigen was weiß und was schwarz ist. Dazu gehört zwingend eine angepasste Maßregelung. Wichtig ist, dass man durch die Maßregelung Beschwichtigung bis Meideverhalten hervorruft, sonst wird der Hund nicht verstehen, dass dieses Verhalten falsch war. Um so stärker (also mental) der Hund desto wichtiger ist klares schwarz und weiß bei absoluter Konsequenz. Ich kann eben nicht von einem Hund verlangen im Sport Druckvoll im Versteck zu verbellen oder eine korrekte triebige Unterordnung zu laufen aber in der Ausbildung jede Inkosequenz des Hundeführers hinzunehmen.

Wie du aber richtig sagst, sind diese Hunde in der Regel gut ausgelastet und man bewegt sich in einem kritischen Umfeld, wo einem Unzulänglichkeiten schnell vorgehalten werden. Hingegen ist bei der Hundemama mit ihrem Sockenmolly der an der Leine den Rambo macht in der Regel alles immer halb so schlimm. Der ist ja so süß. Und wenn man so einen Hund mal zurechtweist weil er ansonsten gleich gefrühstückt wird, dann ist man schnell der böse.


Von Außen sieht diese Ausbildung sehr häufig brutal und unangemessen aus. Nur fehlt einem dann in der Regel der Einblick in die Methoden. Und wenn ein Jagdhund eben die genetischen Voraussetzungen nicht mitbringt, wird er eben abgegeben. Er ist eben Jagd- und kein Familienkuschelhund. Das ist nur konsequent.

Umgekehrt ist es viel schlimmer. Es werden in Deutschland hunderte wenn nicht tausende Hüte-, Gebrauchs- oder Jagdhunde als Familienkuschelhunde gehalten. Diese Hunde bekommen zwar täglich ihren Auslauf und auch ihre Zuneigung, aber kaum eine artgerechte Auslastung. Fragt doch einmal neugierig, wenn ihr jemanden mit Border oder Aussie seht, ob der Hund denn Hüteaufgaben hat. Fragt mal die Leute mit DSH, Dobermann, Boxer, Rottweiler ob die Hunde im IPO oder Ringsport geführt werden. Fragt doch mal die Leute mit Retrievern, Vizla oder Weimeranern, ob diese auch jagdlich geführt werden. In der Regel eher nicht. Und dann kommen die tollen Züchter, die die Nachfrage nach Familienhunden, die so aussehen wie die oben genannten Rassen, bedienen wollen und versuchen dann die entsprechende Veranlagung dahin zu verwässern, dass aus dem triebstarken Gebrauchshund der triebtote Sofahund geworden ist. Blöd ist, wenn dann doch mal die alten Gene durchschlagen.

Was ich damit sagen möchte: Immer wenn ich schlechte Hundekontakte habe, stelle ich fest, dass Halter und Rasse einfach nicht zusammenpassen und man sich den Hund in der Regel nach Prestige und optischen Gesichtspunkten ausgesucht hat, anstatt sich den Hund nach den Eigenschaften, die am besten zum eigenen Lebensentwurf passen, auszusuchen.
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Auf dem Weg vom “steifen Stück” zum geschmeidigen Leopard
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