Ich denke genau da liegt der Fehler. Leute schauen sich Videos auf YT an und denken das ABC wäre etwas eigenständiges, das man wie demonstriert runterspult. Das die darin enthaltenen Übungen teilweise schon seit Jahrzehnten unverändert ein Teil von dynamischer Aufwärmarbeit sind, ist den wenigsten bewusst. Da kommt es dann auf die spezifische Sportart an und die einzige in der Lauf-ABC explizit als Aufwärmen gezeigt wird, ist das Laufen in der Leichtathletik. Und selbst da ist es nur Teil eines Programms. Egal welches Video ich mir diesbezüglich anschaue, 70-75% der Übungen sind deckungsgleich mit dem Aufwärmprogramm in meinem Fußballverein vor 25 Jahren. Und im Prinzip läuft es beim Aufwärmen immer auf eins hinaus: Nichts ist im Sport wichtiger als Flexibilität und Beweglichkeit! Schon alleine weil einem die Disziplinen viel einfacher und, was vor allem relevant für Agegrouper sein sollte, schmerzfreier von der Hand gehen.
Zitat:
man muss unterscheiden zwischen laufökonomie und schnellem laufen.
das ökonomischte ist der "landstreicherstil"...ohne jeden kniehub und anfersen...so wie sich eben viele auf der langdistanz bewegen.
beim schnellen laufen auf den unterdistanzen oder sololäufen wird ein komplett anderer bewegungsablauf benötigt, und dort wirkt das lauf abc sehr wohl. nämlich genau wenn es um eine starke wade, fußaufsatz, abdruck- und frequenzverhalten geht. gerade und vor allem das frequenzverhalten muss trainiert werden, weil es eine nervale ansteuerung der muskulatur beinhaltet, was einem lernprozess unterliegt.
|
Sehe ich auch so. Wenn ich lange Distanzen bestreite, lauf ich automatisch langsamer, als auf "Unterdistanzen", was auch immer das sein soll. Umso länger, umso stärker tritt der Energiehaushalt in den Vordergrund, umso kürzer, umso stärker liegt der Fokus auf maximalem Krafteinsatz. Deshalb bedeutet für mich Ökonomie eben nicht nur das Verhältnis zwischen Einsatz/Leistung, sondern insbesondere die Verbesserung der Dynamik und Beweglichkeit, um eine angestrebte "Energie"-Ökonomie erst möglich zu machen. Wenn ich z.B. nicht frühzeitig lerne aufrecht zu laufen, kann ich Gedanken über Energie-Ökonomie getrost in die Tonne kloppen, weil mir nach Kilometer ? x-beliebiger Schmerz ein Strich durch die Rechnung macht? Muskeln, Bänder und Nerven wollen geschult werden, um Bewegungsabläufe zu koordinieren. Sowas geht bewiesenermaßen mit kurzen Überreizen sehr gut. Also z.B. Sprungeinlagen, wie beim Hopserlauf. Ich persönlich empfehle da Trambolinspringen...
Wenn man das alles so streng wissenschaftlich und auf einem "professionellen", unter Anleitung gestelltem Level sieht, macht es für den TE natürlich kein Sinn. Wenn man ihm aber mitgibt, dass er sich vorm Laufen doch besser aufwärmt und 4-5 der gezeigten Übungen mit einbaut, wird ihm das langfristig sicherlich helfen. In Vereinstrainings sind solche dynamische Aufwärmprogramme Standard.