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Bevor hier ein Grundsatzstreit über den Nutzen und Sinn des Lauf-ABCs entbrennt, sollten wir uns klar machen, was bzw. wer genau gemeint ist. Streitpunkt scheint dabei vor allem das Wort "Laufökonomie" zu sein.
Versteht man unter "Ökonomie" eine Reduzierung der O2-Aufnahme oder die Veränderung bestimmter Stoffwechselparameter, so finden sich in der Tat kaum Belege für eine Wirksamkeit von solchen Übungen, die unter dem weiten Begriff des Lauf-ABC subsummiert werden.
Das Lauf-ABC ist jedoch entwickelt worden als eine spezielle Form des Koordinationstrainings. Bei einer so komplexen Bewegung wie dem Laufen geht es im Training darum, NEBEN der Kreislaufökonomisierung auch das koordinative Zusammenspiel der Faktoren Schrittlänge, Schrittfrquenz, Bodenkontaktzeit, Abdruckkraft zu optimieren. Dies ist nötig, um eben den einzelnen Schritt kraftsparender, also in der Summe weniger belastend zu gestalten. Hier wird dann der Begriff der Laufökonomie eher im Sinne eines Ermüdungswiderstandes im Bereich Hüfte und darunter zu verstehen sein.
Für Marathonläufer z.B. kein unwichtiger Aspekt. Nur wenigen Läufern ist bewusst, dass sie z.B. beim Aufsetzen des Fußes oder beim Abrollen sich zum Teil selbst ausbremsen. Hier wird Energie "vergeudet", also unökonomisch gelaufen.
Dies gilt insbesondere für reine Läufer, die evtl. erst spät zum Ausdauersport finden und einen schwerfällig wirkenden Laufstil haben.
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