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Zitat von Jörn
. Es ist jedoch eine Frage der Verhältnismäßigkeit, wie weit diese Kritik geht, und ob diese Kritik an der Sache orientiert oder ein persönlicher Vernichtungsfeldzug ist, wie im Fall von BILD und Özil.
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Voll einverstanden; die Bild-Kampagne ging an mir vorbei, aber wie ich Bild kenne, war da jede Menge Polemik und unsauberes dabei, ohne Frage. Meine grundsätzliche Meinung zur Sache hat es auf jeden Fall nicht beeinflußt. Nur weil Bild oder andere unanständig zu Özil sind, wird er nicht zum bedauernswerten Opfer in der ganzen Affäre; sein Verhalten wird durch unfaire Attacken nicht entschuldbar.
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Ich finde, dass auch die Größe der Gruppe eine Rolle spielt. Wenn 20% der Deutschen eine Partei wie die AfD wählt, dann bedeutet das, dass man sich mit ihnen und ihren Anliegen inhaltlich beschäftigen muss. Man kann dann nicht mehr sagen: "Sollen sie halt zur Hölle fahren". Das vergrößert das Problem nur noch. Sind wir uns hier einig?
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Wir wohl ja; eine großer Teil dieses Landes, viele Medien und auch manche im Forum nein: die finden eine maximale Ausgrenzung der AfD-wähler für angemessen und richtig - was ich eben mit dem Mangel an fairem Umgang mit dem politischen Gegner meinte.
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Entsprechend frage ich mich, ob man 60% der in der Türkei wahlberechtigten "deutschen Türken" einfach so als Idioten abkanzeln kann, oder ob man sich mit ihnen inhaltlich auseinandersetzen müsste. Die Hetzjagd rund um das Erdogan-Foto ist da vielleicht eher schädlich als nützlich.
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Mir ist in diesem Land ehrlicherweise das Hemd näher als die Jacke, und was hier lebende Türken über Erdogan denken nur mäßig relevant - außer wenn sich diese Einstellung auf ihre Haltung zu den Deutschen Mitbürgern oder zu Grundwerten dieses Landes auswirkt. Eine "Hetzjagd" erzeugt nur "Opfergefühle" und Ablehung; klare Signale, was wir für falsch halten, inklusive klarer Konsequenzen (Özil rausschmeissen, bevor er unter unsäglichem Opfergebaren selbst geht) könnten aber in Deinem Sinne als Kommunikation funktionieren, finde ich.
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Es ist ein Unterschied, ob man eine Sache falsch einschätzt, oder ob man ein Idiot ist.
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Stimmt; aber ersteres ist objektiv überprüfbar (zumindest im Nachgang), zweiteres ist eine (abwertende) subjektive Meinung, also keine Alternative zum ersten, finde ich.