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Zitat von Anja
Was sind unsinnige Sanierungen?
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Na schön... ich hole einige Beispiele noch einmal heraus:
3.2.2014 / 6.2.2015 – Kirche contra politische Gemeinde: Evangelische Kirche in Württemberg wollte auf Vereinbarung aus dem Jahr 1887 bestehen und verlangte von der Stadt Gingen 5/6 der Kosten für die Renovierung des Kirchturms der evangelischen Kirche / Niederlage der Kirche vor Gericht zeigt den Weg in die Zukunft auf - Am Kirchturm der lutherischen Kirche in Gingen stehen neue Renovierungsarbeiten an. Die Stadt Gingen bot der lutherischen Kirchengemeinde 50 % Beteiligung an den Kosten an, die Kirche wollte aber den im Jahr 1887 zugesagten 83,3 %-Staats-Anteil an den Kosten, den nach ihrer Meinung die Bürger-Gemeinde zahlen müsse. Dabei zahlt die Kommune immer noch die Raten der letzten Renovierung des Glockenturms vor zehn Jahren ab (!) (swr.de, 3.2.2014)
Anmerkung: Die Kirche klagte auf Zahlung von ca. 83 % Der Sanierungskosten und unterlag bei Gericht.
27.5.2011 - Neue Staats-Millionen für die Renovierung des Doms in Würzburg - Weil die Kirchenbänke im Dom für die wenigen verbliebenen Besucher verhältnismäßig hart sind, ruft die Kirche auch in Würzburg nach dem Staat. Das Main-Echo schreibt: "Dringend erneuerungsbedürftig ist auch die Elektrik und die Bodenheizung. Neue Bänke aus Holz sollen den Gottesdienstbesuch etwas sitzbequemer machen. Der Freistaat, der die Baulast für den Dom trägt, übernimmt 62 Prozent der Kosten in Höhe von 1,6 Millionen Euro, den Rest die Diözese" (Main-Echo, 27.5.2011;
http://www.main-netz.de/nachrichten/...t4005,1663173). In ihrer Andacht können sich die Gläubigen dann mit angenehmerem Sitzfgefühl z. B. der Betrachtung der Statuen der drei Massenmörder Julius Echter (1545-1617), Johann Gottfried I. von Aschhausen (1575-1622) und Philipp Adolf von Ehrenberg (1583-1631) hingeben. Sie sind als "Hexenbrenner" in die Geschichte eingegangen, die Hunderte Frauen, Männer, Greise und Kinder im Auftrag der römisch-katholischen Kirche in einen grausamen Tod geschickt haben.
Der Würzburger Dom wurde zuletzt 1987/88 (innen) und 2006 (außen) renoviert, ebenfalls überwiegend auf Staatskosten. Die neue Heizung und die neuen Bänke kommen bei einem Besucheraufkommen von z. B. 50 Personen bei einer Messe 0,00038 % der Bewohner Würzburgs zugute.
14.5. / 15.5.2014 - Schon wieder "neuer Rekord bei Kirchensteuereinnahmen" - Joseph Ratzinger gab als Kardinal einmal zu: "Wissen Sie, was das größte Problem der Kirche in Deutschland ist? Sie hat zu viel Geld." (Joseph Kardinal Ratzinger in einem Interview mit dem Philosophen Robert Spaemann, zit. nach Die Welt, 29.9.2011) Dieses Problem verschärft sich weiter von Jahr zu Jahr, obwohl Franz-Peter Tebartz-van Elst schon relativ viel ausgegeben hat. Doch gemessen an dem geschätzten Vermögen der katholischen Kirche in Deutschland (ca. 250 Milliarden Euro; Der Spiegel Nr. 49/2001) waren das nur "Minibeträge" in der Größenordnung von 0,01 bis 0,02 %.
"Neuer Rekord bei Kirchensteuereinnahmen" schreibt beispielsweise idea-spektrum in der Ausgabe Nr. 20 von 14.5.2014.
So erwartet alleine die EKD im Jahr 2014 Einnahmen in Höhe von ca. 5,14 Milliarden Euro. Im Jahr 2013 waren es noch 4,99 Milliarden Euro. Bereits für das Jahr 2012 hieß es. "Mit rund 4,7 Milliarden Euro sei im vergangenen Jahr das bislang höchste Kirchensteueraufkommen erreicht worden" (jesus.de, 2.12.2013). Seit 2011 geht es für die Evangelischen Kirchen steil nach oben, nachdem im Jahr 2010 ein Rückgang war.
Noch mehr Kirchensteuereinnahmen verbucht die römisch-katholische Kirche. Lediglich 2010 gab es auch dort einen kleinen Knicks wegen der ersten umfassenden Aufdeckungen von Sexualverbrechen von Priestern an Kindern und deren systematischer Vertuschung. Doch schon bald ging es wieder kräftig nach oben. Am 21.1.2012 hieß es beispielsweise: Die Kirchensteuereinnahmen der Diözese Würzburg wuchsen "laut Finanzdirektor Siedler 2011 ´in den Himmel`, lagen allein in der Diözese Würzburg bei 139 Millionen Euro". "Das Gesamthaushaltsvolumen der Diözese beträgt 2012 knapp 153 Millionen Euro. Dies ist das höchste Etatvolumen, das die Diözese je verzeichnete" (Mainpost, 21.1.2012). Und dies, obwohl alleine in der Diözese Würzburg die Verbrechen von elf Priestern aufgedeckt wurden, meistens an Kindern, Dunkelziffer bzw. womöglich noch nicht aufgedeckte Verbrechen noch nicht mit hochgerechnet.
Die Zahlen für die katholische Kirche ab 2012 für ganz Deutschland: 5,2 Milliarden Euro im Jahr 2012, 5,35 Milliarden Euro im Jahr 2013. Und trotz Tebartz-van Elst gehen die Schätzungen für 2014 in Richtung 5,5 Milliarden Euro. Verantwortlich sei vor allem die "gute Konjunktur" in Deutschland, welche die Einnahmeverluste durch Hunderttausende von Kirchenaustritten mehr als wett macht.
Hinzu kommen staatliche Subventionen und Steuerbefreiungen in Rahmen von ca. 20 Milliarden Euro plus noch einmal ca. 50 Milliarden Euro für die Staatsfinanzierung von Caritas und Diakonie.
Da die Kirche ihr Vermögen nicht dazu einsetzt, die Hungersnöte in der Welt zu lindern (bis auf einige Institutionen wie "Brot für die Welt" und "Misereor", wo aber fast ausschließlich die Gläubigen zusätzlich spenden und die Amtskirche nur kleinere Zuschüsse gibt), stellt sich immer wieder das Problem, wie man die vielen Milliarden am besten bunkert bzw. ausgibt.
Da die obersten Würdenträger der Kirchen ja - über in Pauschalzuschüsse eingerechnete Gehaltszahlungen - vom Staat bezahlt werden, müssen sie nicht einmal die fünfstelligen Bischofsgehälter und Bischofspensionen (z. B. die Ruhegehälter der Bischöfe Mixa und Tebartz-van Elst) selbst aufbringen.
Im krassen Gegensatz dazu sind die Städte und Gemeinden in Deutschland hoch verschuldet und der Pleite nahe. Dennoch halten vor allem die kirchlichen Institutionen auch dort ihre bittenden Hände auf und kassieren auch von den Kommunen noch einmal Milliarden; angeblich aufgrund Jahrhunderte alter "Verpflichtungen" oder neuer Subventionen, weil kaum ein Stadt- oder Gemeinderat sich traut, die kirchlichen Bitte um Zuschüsse nicht zu erfüllen.
Kritiker sprechen mit einem gewissen Spott davon, dass es keine Institution besser versteht, das missverständliche Bibelwort "Wer da hat, dem wird gegeben werden" zum eigenen Vorteil auszulegen wie die Institutionen Kirche. Gemeint waren in der Bibel jedoch keine Steuereinnahmen und Subventionen in immer größeren Milliardenhöhen, sondern der Einsatz der eigenen Talente, der dazu führt, dass man immer neue Talente entwickelt.
20.7.2014 - Die Umverteilung: Steuereinnahmen der hoch verschuldeten Bundesrepublik Deutschland fließen den reichen Kirchen zu / Auch kleines Bistum Limburg ist Milliardär - Dank einer Offenlegung bei wenigstens einer der Diözesen bestätigt sich: Die Kirche in Deutschland verfügt über Milliarden. "In Limburg legte das krisengeschüttelte Bistum am Freitag erstmals sein Vermögen offen, das sich auf mehr als eine Milliarde Euro beläuft. Die Bilanzsumme des Bistums beträgt rund 909 Millionen Euro. Der allergrößte Teil sei dabei in Anlagevermögen wie Gebäuden, Beteiligungen oder Fondsanteilen gebunden", heißt es in der Berliner Zeitung vom 18.7.2014. Die Institutionen Kirche bekommen nicht nur Milliardensubventionen vom Staat (mit ca. zwei Billionen Euro Schulden), sie sind auch von allen Steuern und Abgaben befreit, und sogar die Gehälter für ihre Bischöfe werden ihnen vom Staat erstattet. Denn irgendwie muss man die hohen Steuereinnahmen doch auch ausgeben. Oder? So könnte jemand fragen.
8.9.2014 - ARD-Dokumentation über den unermesslichen Reichtum der Kirche - Warum wird der Kirche dann nicht die so genannte Gemeinnützigkeit entzogen?
In dem Bericht Vergelt´s Gott über den "verborgenen Reichtum der Kirche" wurden unter anderem Konten für vermeintlich soziale Zwecke geführt, wo aber nur Geld aus Korruptionsgeschäften gewaschen wurde. Dann der Immobilienbesitz in Deutschland im Wert von Minimum 200 Milliarden Euro. Nimmt man die etwas größere genannte Zahl, liegt man schon bei ca. 330 Milliarden nur für die katholische Kirche und vermutlich ca. 600 Milliarden für beide – nur Grundbesitz. Die Kirche ist also mit Sicherheit Billionär. Und ein Wiedereingliederungsprojekt für Obdachlose wird dicht gemacht aus Kostengründen, das heißt: es gibt nicht genügend Staatsgelder, damit sich die Kirche auch mit diesen Lorbeeren schmücken kann.
Warum wird der Kirche nicht die so genannte "Gemeinnützigkeit" entzogen? Denn das Gemeine ist, dass man vor allem auf den eigenen Nutzen bedacht ist.
Ein Sprichwort aus Italien besagt sinngemäß: "Die Kirche nimmt. Und dort, wo die Kirche gibt, kann man sicher sein, dass sie zuvor um einiges mehr genommen hat."
Und dann noch die Geschichte mit den Steueroasen, wobei man überwiegend sowieso keine Steuern zahlt, sondern alle Steuerzahler nach Strich und Faden für Bischofsgehälter, Priesterseminare usw. ausnimmt.
Quelle