Steht da auch, bei wem er sich erkundigt hat, ob seine Zweifel berechtigt sind? Wenn ich Gottes Sohn (oder selbst Gott) wäre, wüsste ich, wen ich fragen könnte.
Nach meiner Meinung ist das ein durchsichtiges Manöver. Man will Jesus als einen der Dichter und Denker hinstellen, als einen klugen Wanderprediger, der das Gute wollte. In den Hintergrund rücken Jungfrauen-Geburt, Engel, Teufel und Wundertaten -- damit möchte man möglichst nichts mehr zu tun haben, denn das findet man inzwischen peinlich.
Ein Jesus muss her, den man ohne rot zu werden neben Goethe und Voltaire platzieren kann. Dieser Jesus hatte Zweifel, trank gerne mal einen Becher Rotwein, scherzte mit den Jüngern, aber er kämpfte auch mit Leidenschaft gegen die verlogene Priester-Kaste. Im Grunde ist er eine Art "Don Camillo".
Aber das gibt die Bibel nicht her.
So wie die Bibel den (nach meiner Meinung erfundenen) Jesus nach und nach zum Gott erhob, bis er im späten Johannes-Evangelium schließlich eins mit Gott wurde, so wird er nun nach und nach wieder für eine säkulare Welt um-interpretiert.
Aber welches Problem löst dieses Manöver? Wenn Jesus Zweifel hatte -- wen kümmert's? Dann richten sich unsere Augen eben auf Gott selbst. Hatte Gott Zweifel?
Und an dieser Frage wird kein Theologe rütteln. Mein Wort drauf.