Wenn ich mir einen Zwischenruf von der österreichischen Tribüne erlauben darf

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Ich finde, es gibt zwei entscheidende Unterschiede, die man beim Vergleich zwischen Merkel und den beiden Fußballern berücksichtigen sollte.
1) Merkel muss Kraft ihres Amtes gelegentlich ungute Typen treffen - das kann man aber wohl nicht als Sympathie-Kundgebung für diese Typen werten, selbst wenn sie freundliche Miene zum bösen Spiel macht.
2) Bei Özil und Gündogan wäre die Aufregung wohl auch geringer gewesen, wenn sich der Kontakt zu Erdogan im Rahmen eines Treffens in größerem und offiziellen Rahmen auf freundliche Distanz beschränkt hätte. Selbst die Trikotübergabe finde ich unproblematisch. Dass der deutsche Teamspieler Gündogan aber dann das Trikot für Erdogan mit den Worten "hochachtungsvoll für meinen Präsidenten" signiert, halte ich tatsächlich für zumindest "selten deppert", wie wir in Österreich sagen würden.