Zitat:
Zitat von Jörn
Ich finde den Begriff der "Spiritualität" schwierig, weil ich das Gefühl habe, dass er mehr vernebelt als klärt.
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könnte man "Spiritualität" als Oberbegriff verwenden, den man weiter präzisieren kann. Du sprichst von "spirituellen Erfahrungen". Das wäre eine solche Präzisierung (und für sich selbst ein Oberbegriff, den man weiter präzisieren müsste). Beispielsweise, wenn jemand einen göttlichen Schauer verspürt, dann würde man untersuchen, was ihn auslöste. Und zwar nicht nur, um die Ursache zu ergründen, sondern um die Art des Erlebnisses besser zu kennen.
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Meine These ist nun, dass es sich bei diesen präziseren Begriffen um inner-psychologische Phänomene handeln,
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Es kommt nicht von außen. Gott spricht nicht wirklich mit den Betenden. .. Man träumt tatsächlich, andererseits ist es kein Erlebnis in dem Sinne, dass man die geträumten Dinge real erlebt hätte.
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Danke für die Antwort. Ich vermute, dass für die Menschen, die ihren Empfindungen als spirtuelle Erfahrungen vertrauen, dieses als Fundament für ihre Person betrachten, so wie Dein Fundament die naturwissenschaftliche Betrachtung ist. Es braucht lange, bis man rationalen Argumenten Raum im eigenen Denken gibt, solange diese den persönlichen Grundeinstellungen wiedersprechen. Heute morgen las ich einen interessanten Artikel zum Thema Impfgegner in der SZ, in der ein Psychologe zitiert wird, der dafür plädiert, Impfaufklärung vom Empfängerhorizont her durchzuführen (Fokus auf Reinheit und Freiheit) und nicht vom allgemeinen Nutzen (Nutzen für die Herde) her. In dem Aritkel findet sich auch die These, dass wir zuerst emotional entscheiden, was wir für richtig halten und uns danach die Argumente filtern.